Eine geplante Demonstration in Wien sorgt für einen gewaltigen politischen Wirbel. Ein IT-Unternehmen hat einen Protest gegen ein mögliches Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren angemeldet – die politische Reaktion darauf ist heftig und unmissverständlich.
ÖVP und FPÖ verurteilen Protestpläne
Die geplante Kundgebung, zu der rund 300 Teilnehmer erwartet werden, stößt bei ÖVP und FPÖ auf scharfen Widerstand. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti fand deutliche Worte: „Wer Extremismus auf der Straße verteidigt, hat in Österreich keinen Platz.“ Wie oe24.at berichtet, bezeichnete er die Demonstration als „Schlag ins Gesicht jedes aufrechten Demokraten in unserem Land“.
Marchetti betonte die „Null-Toleranz“ der ÖVP gegenüber jenen, die sich gegen das Kinderkopftuchverbot stellen und sich damit als Gegner einer freien und offenen Gesellschaft zu erkennen geben. Er fügte hinzu, wer „die Grundwerte unseres Zusammenlebens mit Füßen tritt und uns sein Weltbild und seinen Wertekanon aufzwingen will, hat keinen Platz in Österreich.“
FPÖ gibt Koalition die Schuld
Auch die FPÖ meldete sich zu Wort, wobei Familiensprecherin Ricarda Berger ihre Kritik nicht nur an die Demonstranten, sondern auch an die Regierungskoalition richtete. „Weit haben es die Systemparteien gebracht, dass islamistische Extremisten jetzt schon ihre pure Verachtung für unsere Werte, unsere Kultur und unsere Art zu leben auf die Straße tragen“, erklärte sie.
Berger fordert ein umfassenderes Verbot und verlangt, dass das Kopftuch als Symbol des politischen Islam komplett aus den Schulen verschwindet – für alle Schüler, Lehrer und Betreuungspersonen. Sie warf der ÖVP vor, es fehle ihr der Mut, um klare Kante gegen den politischen Islam zu zeigen. Die Debatte verdeutlicht die tiefen Gräben in der Auseinandersetzung um kulturelle und religiöse Symbole im öffentlichen Leben Österreichs.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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