Sie kamen keine 30 Zentimeter weit: Drei Frauen im Alter von 31, 34 und 42 Jahren wollten mit einem Klein-Lkw den Zaun der Rüstungsfirma Leonardo in Edinburgh (GB) durchbrechen, doch ihr Wagen blieb im Zaun hängen, das Trio wurde verhaftet. Die Terroristinnen sind „Pro-Palästina-Aktivistinnen“, Leonardo liefert Waffensysteme auch an Israel.
Bei einem spektakulären Überfall auf die Rüstungsfabrik des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo UK in Edinburgh sind drei Frauen festgenommen worden. Laut Police Scotland rammte in den frühen Morgenstunden ein Lieferwagen den äußeren Sicherheitszaun des Werks an der Crewe Road North; anschließend kletterten Aktivistinnen mit einer Palästina‑Flagge auf das Fahrzeugdach.
Spezialeinheiten in Schutzhelmen seilten sich auf das Dach ab und nahmen die 31, 34 und 42 Jahre alten Frauen noch vor Ort fest. Ihnen wird ein Verstoß gegen den Terrorism Act 2000 zur Last gelegt, die Ermittlungen leitet die Abteilung für Terrorismusbekämpfung. Die Beamten gehen von einem gezielten Angriff aus und sehen „keine unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit“. Zeuginnen und Zeugen werden gebeten, sich zu melden.
Die Aktion steht im Zusammenhang mit der Gruppe Palestine Action: Seit dem 5. Juli gilt bereits das Tragen einer Unterstützer‑Symbolik als Straftat, nachdem das britische Parlament das Netzwerk als terroristische Organisation eingestuft hatte. Seither wurden landesweit Dutzende Festnahmen verzeichnet. Hintergrund ist der anhaltende Gaza‑Krieg, dessen Opferzahl nach Angaben örtlicher Gesundheitsbehörden inzwischen 58.000 Tote erreicht hat.
Der Konzern Leonardo war schon mehrfach Ziel ähnlicher Angriffe. Im Dezember 2024 verschafften sich Aktivisten Zutritt zum selben Werk, besprühten Fassaden mit roter Farbe und warfen Fensterscheiben ein. Leonardo beliefert auch Österreichs Bundesheer mit Helikoptern und künftig auch mit Unterschall-Kampf- und Trainingsjets.
Ein Unternehmenssprecher betonte erneut, man unterliege den britischen Exportkontrollen und liefere „keine Ausrüstung direkt an Israel“. Zwar bekenne man sich zum Recht auf friedlichen Protest, doch aggressive Aktionen und Einschüchterungen von Mitarbeitern seien „nicht akzeptabel“. Hauptauftraggeber des Werks bleibe das britische Verteidigungsministerium.
Die drei Beschuldigten wurden zur Vernehmung in eine Polizeistation gebracht. Ihnen drohen – abhängig von der genauen Anklage – mehrjährige Freiheitsstrafen. Wann sie dem Haftrichter vorgeführt werden, ist noch unklar.


Credits: Sccreenshots X
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