Ein Paukenschlag erschüttert die österreichische Innenpolitik: Der Druck wurde zu groß! Nach Tagen heftigster Kritik und einem PR-Desaster wirft Harald Mahrer das Handtuch und tritt als Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zurück. Das ist der vorläufige Höhepunkt einer Affäre um üppige Gehaltserhöhungen und peinliche Auftritte, die selbst hartgesottene Politik-Beobachter staunen lässt.
Der Skandal, der ihn zu Fall brachte
Was war passiert? Auslöser für das politische Erdbeben waren eine umstrittene Gehaltserhöhung für die WKÖ-Belegschaft und teils enorme Entgeltsteigerungen für die Spitzenfunktionäre der Kammern. Mahrer selbst geriet durch seine unglückliche Kommunikation und die Häufung mehrerer hochdotierter Ämter ins Kreuzfeuer. Erst Anfang der Woche hatte er seinen Posten als Präsident der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) niedergelegt, doch das reichte seinen Kritikern nicht. Ihm wurde vorgeworfen, den Bezug zur Realität der Unternehmer, die er eigentlich vertreten sollte, verloren zu haben. Laut meinbezirk.at hatte Mahrer zuletzt ein Monatseinkommen von 28.500 Euro bezogen.
„Frontalschaden“: Selbst die eigenen Leute ließen ihn fallen
Der Rückhalt für den einst so mächtigen ÖVP-Wirtschaftsbündler bröckelte in den letzten Tagen dramatisch. Sogar aus den eigenen Reihen kam scharfe Kritik. Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sprach von einem „Frontalschaden“. Auch die Präsidenten der Landeskammern in Salzburg, Tirol, Nieder- und Oberösterreich forderten, wie meinbezirk.at meldet, einen „klaren Schritt“ oder einen „Neustart“. Die Botschaft war unmissverständlich: Mahrer war nicht mehr zu halten.
Frau an der Spitze: Tirolerin übernimmt das Ruder
Nun soll eine Frau aufräumen. Wie die Tiroler Tageszeitung und Die Presse übereinstimmend berichten, übernimmt Vizepräsidentin Martha Schultz interimistisch die Führung der Wirtschaftskammer. Die Tiroler Unternehmerin, die unter anderem als Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ bekannt ist, springt in einer der schwierigsten Phasen für die Organisation ein. Sie soll die Kammer durch die stürmischen Zeiten führen und den Weg für eine langfristige Lösung ebnen.
Wer wird der neue Kammer-Chef? Das große Rätselraten beginnt
Mit dem Rücktritt Mahrers hat das Rennen um die dauerhafte Nachfolge begonnen. Die Suche gestaltet sich jedoch schwierig. Als mögliche Kandidatinnen werden die Kammerchefinnen aus Oberösterreich und Tirol, Doris Hummer und Barbara Thaler, gehandelt. Doch laut Kurier könnten beide beschädigt sein, da sie die umstrittenen Gehaltserhöhungen mitgetragen haben. Auch die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Elisabeth Zehetner, wird genannt, winkt aber vorerst ab. Eines ist klar: Die neue Spitze muss nicht nur einen Scherbenhaufen beseitigen, sondern auch das erschütterte Vertrauen der tausenden österreichischen Unternehmer zurückgewinnen.
Quellen: Die Presse, Express.at, Meinbezirk.at, Tiroler Tageszeitung, Kurier
Neueste Kommentare