Die Kommunalwahl 2025, der erste große Stimmungstest nach der Bundestagswahl, hat die politische Landschaft des bevölkerungsreichsten Bundeslandes ordentlich durchgerüttelt. Während die CDU stabil bleibt, erlebt die AfD einen beispiellosen Höhenflug. Die SPD taumelt weiter, und die Grünen stürzen ab. Was bedeutet das für die Zukunft?
CDU bleibt an der Spitze – aber zu welchem Preis?
Mit über 33 Prozent der Stimmen bleibt die CDU die stärkste Kraft in NRW. Ministerpräsident Hendrik Wüst (50) kann sich über den Wahlsieg freuen, doch die Freude wird getrübt. „Dieses Ergebnis muss uns zu denken geben und kann uns nicht ruhig schlafen lassen“, sagte Wüst im „Bericht aus Berlin“ – ein klarer Seitenhieb auf den Erfolg der AfD.
AfD: Vom Außenseiter zum Gewinner
Die AfD hat sich in NRW nahezu verdreifacht und kommt auf sensationelle 14 bis 15 Prozent. Noch 2020 lag die Partei bei mageren 5,1 Prozent. „Die Rechtsaußen-Truppe ist damit in der Fläche auch im Westen angekommen“, kommentiert die „Bild“. Ein alarmierendes Signal für die etablierten Parteien, die sich fragen müssen, wie sie mit diesem Aufstieg umgehen wollen.
SPD: Der tiefe Fall der Genossen
Die einstige Volkspartei SPD erlebt in ihrer „Herzkammer“ ein weiteres Debakel. Mit nur noch rund 22 Prozent setzt sich der Abwärtstrend fort. Zum Vergleich: 1994 lag die SPD noch bei stolzen 42 Prozent. Kann die Partei überhaupt noch die 20-Prozent-Marke halten? Diese Frage wird in Berlin und Düsseldorf heiß diskutiert.
Grüne: Vom Höhenflug zum Absturz
Die Grünen, die 2020 noch ein Rekordergebnis von 20 Prozent einfuhren, stürzen auf 13,4 Prozent ab. Damit kehren sie auf das Niveau ihrer Kernwählerschaft zurück. „Ein Rückfall auf Normalmaß“, so die Analyse. Der kurze Höhenflug scheint vorbei, und die Partei muss sich neu sortieren.
Ein Stimmungstest mit bundesweiter Bedeutung
Obwohl es sich „nur“ um Kommunalwahlen handelt, wird das Ergebnis in Berlin mit Argusaugen beobachtet. Für die schwarz-rote Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) ist es ein wichtiger Test. Besonders die SPD steht unter Druck, denn das Abschneiden in NRW könnte die Machtverhältnisse in der Bundesregierung beeinflussen.
Die Probleme in NRW: Migration, Sozialkosten, Wohnraum
Die Wahl zeigt auch, welche Themen die Menschen in NRW bewegen. Migration, ausufernde Sozialkosten und fehlender Wohnraum stehen ganz oben auf der Liste der Sorgen. Hinzu kommen wirtschaftliche Probleme: 3.190 Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2025 und über 800.000 Arbeitslose im August sprechen eine deutliche Sprache.
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