Peter Pilz und die ÖVP: Ein Beitritt, der keiner sein soll?

Peter Pilz und die ÖVP: Ein Beitritt, der keiner sein soll?

Peter Pilz, der ehemalige Nationalratsabgeordnete und selbsternannte „Aufdecker“, sorgt erneut für Schlagzeilen. Wie oe24.at berichtet, trat Pilz am Donnerstag online der ÖVP bei – ein Schritt, der viele überraschte. In einem Video erklärte er: „30 Jahre habe ich diese Partei bekämpft – doch nach Wöginger und Linz weiß ich: Ich bin gescheitert.“ Mit diesen Worten spielte er auf die jüngsten Skandale rund um den ÖVP-Klubchef August Wöginger an, der wegen Postenschachers eine Diversion akzeptierte und 44.000 Euro zahlte, um einer Strafe zu entgehen.

Auch Krone.at berichtet über die Inszenierung des Beitritts: Pilz füllte das Formular live in einem YouTube-Video aus, begleitet von dramatischer Musik. „Jetzt bin ich 50 Euro ärmer – und die ÖVP, meine neue Familie, ist 50 Euro reicher“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln. Der Schritt kommt besonders überraschend, da Pilz über Jahrzehnte als einer der schärfsten Kritiker der Volkspartei galt.

Die ÖVP reagiert: „Politik ist keine Showbühne“

Die Reaktion der ÖVP ließ nicht lange auf sich warten. In einer Stellungnahme, die oe24.at vorliegt, zeigte sich die Partei wenig begeistert von ihrem neuen Mitglied. „Wir haben den verständlichen Wunsch von Peter Pilz, ein ÖVPler zu werden, sowie seinen Mitgliedsantrag zur Kenntnis genommen“, heißt es. Doch die Freude über den prominenten Neuzugang scheint sich in Grenzen zu halten. Die Partei betonte, dass Politik eine ernsthafte Angelegenheit sei und „Showeinlagen“ wie die von Pilz nicht förderlich für eine qualitätsvolle politische Auseinandersetzung seien.

Laut Krone.at wird die ÖVP die dreimonatige Frist zur Prüfung der Mitgliedschaft wohl kaum ausschöpfen. Ein Rauswurf scheint bereits beschlossene Sache zu sein.

Ein PR-Coup oder ernst gemeinte Kehrtwende?

Die Aktion von Peter Pilz wirft Fragen auf: Ist dies ein ernst gemeinter Versuch, die politische Landschaft zu verändern, oder lediglich ein weiterer PR-Coup? Pilz selbst erklärte in seinem Video, dass er einen neuen Weg suche: „Wenn es nicht gegen die ÖVP geht, dann geht es nur mit ihr. Und in ihr.“ Doch die Reaktionen zeigen, dass dieser Weg steinig sein dürfte.

Wie MSN berichtet, bezieht sich Pilz in seiner Kritik explizit auf den Fall Wöginger, der für ihn ein Symbol für die Probleme innerhalb der ÖVP darstellt. Pilz‘ Verhältnis zur Volkspartei war über Jahrzehnte von Konflikten geprägt, insbesondere während seiner Zeit als Abgeordneter der Grünen, als er den Eurofighter-Skandal aufdeckte.

Credits: APA

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