Pensions-Streit: Senioren-Aufstand gegen „herzlosen“ Kürzungs-Plan

Pensions-Streit: Senioren-Aufstand gegen „herzlosen“ Kürzungs-Plan

Ein Vorstoß, der die Wogen hochgehen lässt: Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl sorgt mit seinem Vorschlag für helle Aufregung bei den Seniorenvertretern. Er will, dass Pflegeheimbewohner künftig bis zu 80 Prozent ihres Urlaubs- und Weihnachtsgeldes für die Deckung der Pflegekosten abgeben. Die Reaktion des Seniorenbundes ist eine des Zorns: „Würdelos und herzlos“ sei dieser Plan.

Pressls Vorschlag: Pflegebedürftige sollen mehr zahlen

Der Stein des Anstoßes ist ein wiederholter Vorschlag von Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl. Wie unter anderem oe24.at berichtet, bekräftigte Pressl seine Idee, die Finanzierung der stationären Pflege neu zu ordnen. Konkret sollen Pflegeheimbewohner einen größeren Teil ihrer 13. und 14. Pension zur Deckung der Kosten heranziehen. Trend.at zitiert ihn damit, dass man weiterhin einen Anteil am 13. und 14. Pensionsbezug lukrieren wolle, auch wenn eine Wiedereinführung des Pflegeregresses für ihn keine Option sei.

Derzeit müssen Heimbewohner bereits 80 Prozent ihrer laufenden Pension für die Unterbringung aufwenden. Die restlichen 20 Prozent sowie das gesamte Urlaubs- und Weihnachtsgeld verbleiben ihnen als Taschengeld für persönliche Ausgaben.

Seniorenbund schlägt Alarm: „Einfach entwürdigend!“

Die Reaktion der Seniorenvertreter ließ nicht lange auf sich warten und fiel heftig aus. Ingrid Korosec, Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, findet klare Worte für den Plan: „Ihnen durch eine solche Pensionskürzung ihre finanzielle Freiheit wegzunehmen, ist würdelos und herzlos – und daher inakzeptabel“, zitiert sie oe24.at. Sie betont, dass auch Menschen in Pflegeheimen Wünsche und Bedürfnisse haben, die sie sich von ihrem Ersparten erfüllen möchten.

In einem Beitrag auf seniorenbund.at legt Korosec nach und stellt klar, dass Pensionen kein Geschenk seien, sondern ein Leben lang verdient wurden. Jeder Prozentpunkt weniger bei der Pensionsanpassung sei eine Kürzung und schwäche die Kaufkraft von über zwei Millionen Menschen massiv.

Auch Birgit Gerstorfer vom SPÖ-nahen Pensionistenverband sieht darin eine „völlig unakzeptable Benachteiligung“, wie trend.at meldet. Sie rechnet vor, dass ein Mindestpensionist durch die Streichung jährlich ein Minus von 1.934 Euro zu verkraften hätte.

Die Debatte zeigt eine tiefe Kluft zwischen den finanziellen Nöten der Gemeinden und dem Wunsch der Senioren, ihre hart erarbeitete Pension auch im Pflegeheim für ein Stück Lebensqualität nutzen zu können. Der Streit um das Geld der Pensionisten ist damit voll entbrannt.

Credits: APA

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