Peinliche Fake News: Der Standard verkündet Tod von Elfriede Jelinek – sie lebt aber

Peinliche Fake News: Der Standard verkündet Tod von Elfriede Jelinek – sie lebt aber

Die eine „Qualitätszeitung“ erfindet ein Interview mit Clint Eastwood, die andere lässt eine Literatur-Nobelpreisträgerin sterben – Österreichs Print-Medien trudeln in einer tiefen Krise abwärts: Der Standard hat nun den Tod von Elfriede Jelinek (78) verkündet, als einzige Quelle dafür wurde ein Fake-Account verwendet. Trotz dieser Minderqualität will die Bundesregierung derartige Zeitungen mit Millionen an Steuergeld fördern.

„Auf Nachfrage des Standard bei der offiziellen Pressestelle des Rowohlt-Verlags stellte sich heraus, dass die Todesnachricht falsch sei. Man habe keinen AT-Account auf dem Kurznachrichtendienst X – dieser sei Fake. Jelinek ist demnach am Leben, Rowohlt sei mit ihr im Austausch“, stellte die Chefredaktion des angeblichen Qualitätsblattes dann nach einigen Schockminuten auf ihrem Online-Auftritt fest. Klar ist: Ein künftig weiterhin von der Bundesregierung mit viel Steuergeld gefördertes Verlagshaus verlässt sich bei der Verbreitung einer Todesmeldung über eine Nobelpreisträgerin auf eine einzige X-Meldung.

Das wird auch offen zugegeben: „Hinter dem Fake-Profil steckt Tommaso Debenedetti, der bereits mehrere ähnliche Aktionen startete. Auch über Papst Franziskus verbreitete der Italiener, zu Lebzeiten des inzwischen verstorbenen Kirchenoberhaupts, eine irrtümliche Todesnachricht. Auch auf der Website des Standard war wenige Minuten lang ein Bericht über den vermeintlichen Tod der Schriftstellerin zu sehen. Wir bedauern den Fehler und überprüfen unsere internen Abläufe.“

Kurier veröffentlichte ganzes Fake-Interview

Erst vor wenigen Wochen sorgte der Kurier für einen Riesenskandal in der heimischen Medienlandschaft: Clint Eastwood selbst veröffentlichte ein Statement, in dem er klar sagte, dass er dem Kurier noch nie ein Interview gegeben habe – obwohl nun eines erschienen ist. Das von Raiffeisen finanziell getragene Medienhaus musste zugeben, dass es kein persönliches Interview mit dem Hollywood-Star gegeben hat und der veröffentlichte Text aus Zitaten Eastwoods zusammengesetzt worden ist. Mit der Redakteurin, die das „Interview“ geliefert hat, wurde die Zusammenarbeit beendet.

So berichtete der Standard – dann wurde später die Meldung korrigiert:

Credit: Screenshot Standard

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