Österreichische Männer werden erstmals im Schnitt über 80 — was die neuen Zahlen der Statistik Austria bedeuten

Österreichische Männer werden erstmals im Schnitt über 80 — was die neuen Zahlen der Statistik Austria bedeuten

Es ist ein Meilenstein, der lange auf sich warten ließ: Wie die Statistik Austria berichtet, hat die Lebenserwartung bei der Geburt in Österreich einen neuen Höchststand erreicht. Für Männer liegt sie demnach bei 80,15 Jahren — damit überschreitet sie erstmals in der Geschichte die Schwelle von 80 Jahren. Frauen können laut denselben Daten im Schnitt mit 84,60 Lebensjahren rechnen. Grundlage sind die Sterblichkeitsverhältnisse des Jahres 2025.

Zur Einordnung: Noch 1970 lag die Lebenserwartung österreichischer Männer bei rund 66 Jahren. In gut fünf Jahrzehnten sind also rund 14 Jahre dazugekommen — ein Gewinn, der medizinischen Fortschritten, besserer Versorgung und veränderten Lebensstilen zu verdanken ist.

9,2 Millionen Menschen, aber das Wachstum bremst

Gleichzeitig vermeldete die Statistik Austria neue Bevölkerungszahlen: Zum Stichtag 1. Jänner 2026 lebten demnach 9.219.113 Menschen in Österreich — um 21.900 bzw. 0,2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Das klingt nach Wachstum, ist aber tatsächlich eine deutliche Verlangsamung. Wie die Statistik Austria weiter ausführt, wuchs die Bevölkerung 2022 noch um 1,4 Prozent, 2023 um 0,6 Prozent und 2024 um 0,4 Prozent.

Generaldirektorin Manuela Lenk von der Statistik Austria fasste es so zusammen: Knapp zwei Drittel des gesamtösterreichischen Bevölkerungsanstiegs 2025 entfielen auf Wien, das erneut das höchste Wachstum aller Bundesländer verzeichnete.

Burgenland und Kärnten schrumpfen

Nicht alle Bundesländer wuchsen. Wie die Statistik Austria berichtet, erhöhte sich die Bevölkerungszahl in der Steiermark und Kärnten nur minimal, während es im Burgenland sogar einen geringfügigen Rückgang gab. Ein Trend, der sich mit dem bekannten Bild ländlicher Abwanderung deckt: Rückläufig entwickelten sich laut Statistik Austria die Bevölkerungszahlen in 45 politischen Bezirken, hauptsächlich in ländlich-peripheren und inneralpinen Regionen.

Überalterung als Kehrseite

Die steigende Lebenserwartung ist eine gute Nachricht für jeden Einzelnen — für das Sozialsystem stellt sie jedoch eine wachsende Herausforderung dar. Wie die Statistik Austria in ihrer Bevölkerungsprognose 2025 festhält, erhöht sich der Anteil der über 65-Jährigen bis 2040 voraussichtlich von 20,0 auf 26,2 Prozent. Gleichzeitig schrumpft die erwerbsfähige Bevölkerung — ein klassisches demografisches Dilemma, das Österreich mit vielen westeuropäischen Ländern teilt. Laut derselben Prognose wächst die Gesamtbevölkerung zwar noch bis 2040 auf rund 9,4 Millionen, bevor sie danach wieder zurückgeht.

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