Parlamentarische Anfrage enthüllt: Intersex-Verein VIMÖ erhielt über 460.000 Euro Steuergeld

Parlamentarische Anfrage enthüllt: Intersex-Verein VIMÖ erhielt über 460.000 Euro Steuergeld

Eine parlamentarische Anfrage bringt Details zu staatlichen Förderungen für den „Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich“ ans Licht. Über eine Gesetzgebungsperiode flossen insgesamt mehr als 464.000 Euro aus dem Sozialministerium an den Verein.

Was die Anfrage zeigt

FPÖ-Abgeordneter Harald Thau richtete im Dezember 2025 eine schriftliche parlamentarische Anfrage an Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) – Thema: Förderungen für den „Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich“ (VIMÖ). Die Beantwortung liegt seit 20. Februar 2026 vor und ist auf der Website des österreichischen Parlaments öffentlich einsehbar.

Das Ergebnis: Zwischen Oktober 2019 und Oktober 2024 flossen aus dem Sozialministerium insgesamt 464.343,57 Euro Bundesmittel an den VIMÖ – aufgeteilt auf drei geförderte Projekte. Wie exxpress berichtet, handelt es sich dabei konkret um folgende Förderungen:

Im Jahr 2020 wurden 9.900 Euro für „VARGES Sensibilisierungstrainings Geschlechtervielfalt“ bewilligt. Im November 2022 genehmigte das Ressort 206.743,57 Euro für das Projekt „Var.Ges – Variationen der Geschlechtsmerkmale – Community-, Bildungs- und Vernetzungsarbeit“. Im Juli 2024 folgte nochmals eine Förderung über 247.700 Euro für ein inhaltlich gleichnamiges Folgeprojekt.

Was der VIMÖ macht

Der VIMÖ wurde im Februar 2014 gegründet. Er versteht sich als erste österreichische Selbstvertretungsorganisation für intergeschlechtliche Menschen – also Personen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale nicht den gängigen Definitionen von ausschließlich männlich oder weiblich entsprechen. Laut eigenen Angaben auf der Vereinswebsite sind bis zu 1,7 Prozent der Bevölkerung auf die eine oder andere Weise intergeschlechtlich.

Die Hauptarbeitsbereiche des Vereins umfassen Peer-Beratung für Betroffene und Angehörige, Sensibilisierungstrainings für Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheit, Pädagogik und Sozialarbeit sowie politische Interessensvertretung. Das Projekt VAR.GES – Beratungsstelle für Variationen der Geschlechtsmerkmale – ist laut Vereinsangaben das einzige Angebot in Österreich, das menschenrechtsbasierte und medizinunabhängige Beratung für das gesamte Spektrum der intergeschlechtlichen Community anbietet.

Ministerium betont ordnungsgemäße Abwicklung

Das Sozialministerium betonte in seiner Anfragebeantwortung, alle Förderungen seien auf Grundlage der Allgemeinen Rahmenrichtlinien für Förderungen aus Bundesmitteln (ARR 2014) erfolgt. Die Anträge seien formal geprüft worden, die widmungsgemäße Verwendung der Mittel werde nach Projektende anhand von Endberichten und Kostenaufstellungen kontrolliert. Werk- oder Dienstleistungsverträge mit dem VIMÖ habe es demnach nicht gegeben.

Politische Debatte um Förderungsprioritäten

Die Veröffentlichung der Zahlen fällt in eine Zeit, in der staatliche Ausgaben und Förderpolitik generell unter verstärkter politischer Beobachtung stehen. Wie exxpress anmerkt, wirft die Causa Fragen nach Prioritätensetzung auf: Während öffentlich gespart wird, fließen erhebliche Mittel in Sensibilisierungs- und Vernetzungsprojekte.

Ob diese Förderung im Verhältnis zu ihrer gesellschaftlichen Wirkung steht, ist eine politische Debatte, die mit dieser Anfrage neu entfacht wurde.


Quellen: exxpress, Parlamentarische Anfrage 4387/J (XXVIII. GP), Anfragebeantwortung 3885/AB, Sozialministerium, VIMÖ-Vereinswebsite (vimoe.at), Österreichisches Parlament (parlament.gv.at)

Credits: APA

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