Der ORF kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann steht nun auch Stiftungsratschef Heinz Lederer im Kreuzfeuer der Kritik. FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler fordert eine Dringlichkeitssitzung des ORF-Gremiums und spricht von „Gefahr im Verzug“.
Drei Vorwürfe gegen Lederer
Im Zentrum der Debatte stehen drei brisante Vorwürfe gegen Heinz Lederer. Laut Berichten von oe24 und dem Kurier soll Lederer in Honorarnoten eines früheren Anwalts von René Benko aufgetaucht sein. Zudem wird ihm vorgeworfen, bei der Geschäftsführung des Magazins „profil“ wegen eines Artikels über Westenthaler interveniert zu haben. Der dritte Vorwurf: Lederer soll als Berater für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) tätig gewesen sein, während der ORF teure Sportrechte verhandelte.
Lederer selbst weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Er betonte gegenüber ORF.at, dass er weder ein Auftragsverhältnis zu René Benko habe noch diesen persönlich kenne. „Es gibt kein Berufsverbot für Spezialisten im Medienbereich“, so Lederer.
Westenthaler schlägt Alarm
Peter Westenthaler, der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat, sieht die Situation jedoch anders. „Es besteht Gefahr im Verzug!“, erklärte er und forderte eine sofortige Dringlichkeitssitzung des ORF-Stiftungsrats. Laut Westenthaler bedürfen die Vorwürfe einer umgehenden Klärung. Für die Einberufung einer solchen Sitzung benötigt er die Zustimmung eines Drittels der Stiftungsräte.
Rücktritt von Weißmann sorgt für zusätzliche Unruhe
Die Vorwürfe gegen Lederer kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für den ORF. Erst vor wenigen Tagen trat Generaldirektor Roland Weißmann überraschend zurück. Laut ORF.at wurden ihm Vorwürfe der sexuellen Belästigung gemacht, die er jedoch bestreitet. Heinz Lederer verteidigte das Vorgehen des Stiftungsrats und betonte, dass es bei solchen Fällen „null Toleranz“ gebe.
Politische Spannungen im Stiftungsrat
Die Situation im ORF-Stiftungsrat ist angespannt. Westenthaler wirft Lederer und dessen Stellvertreter Gregor Schütze vor, eigenmächtig gehandelt und den Stiftungsrat übergangen zu haben. Lederer wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass man im Sinne des Unternehmens gehandelt habe.
Ein Schatten auf dem ORF
Die aktuellen Entwicklungen werfen einen Schatten auf den ORF. Lederer bedauerte, dass die Vorwürfe gegen Weißmann und die Diskussionen um seine eigene Person das Ansehen des Senders belasten. Er kündigte an, eine Taskforce einzurichten, die ähnliche Fälle aus der Vergangenheit prüfen soll.
Quellen: oe24, Kurier, ORF
Credits: APA
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