ORF-Affäre zieht weitere Kreise: Gleichstellungsbeauftragte schlagen zurück

ORF-Affäre zieht weitere Kreise: Gleichstellungsbeauftragte schlagen zurück

Der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat eine neue Nebenfrontlinie eröffnet – diesmal zwischen dem ORF und „profil“-Chefredakteurin Anna Thalhammer.

Was war passiert?

Die Auseinandersetzungen nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann wegen Vorwürfen rund um Fehlverhalten gegenüber einer Mitarbeiterin sind um eine Facette reicher. VOL.AT

Auslöser des jüngsten Schlagabtauschs: Ein Social-Media-Posting. Wie nachrichten.at berichtet, postete „profil“-Chefredakteurin Anna Thalhammer am 13. März auf den Plattformen X und Bluesky: „In der ORF-Gleichbehandlungsstelle sitzt nicht nur die Ex vom GD, sondern auch die Ex des Stiftungsratsvorsitzenden. Hm, warum meldet sich dort nur keiner?“ Top-news Verbunden damit war eine direkte Aufforderung an Betroffene, sich beim Nachrichtenmagazin zu melden.

Namen, Fakten, Zeiträume

Der ORF ließ das nicht auf sich sitzen. In einer offiziellen Aussendung, die auf der österreichischen Presseaussendung OTS veröffentlicht wurde, widersprechen die Gleichstellungsbeauftragten Katia Rössner und Judith Weissenböck den Vorwürfen ausdrücklich.

Rössner ist seit 13 Jahren Gleichstellungsbeauftragte, Weissenböck seit 15 Jahren. Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer ist erst seit 2025 in dieser Funktion. Die privaten Beziehungen, auf die Thalhammer anspielte, sind laut der Stellungnahme jeweils seit mehr als 20 Jahren beendet. Top-news

Thalhammers Unterstellung, ORF-Mitarbeiter würden sich deshalb nicht an die Gleichstellungsstelle wenden, weisen die beiden laut OTS-Aussendung vehement zurück: „Viele Mitarbeiterinnen wenden sich an beide und an die anderen Gleichstellungsbeauftragten mit ihren Anliegen, weil sich das Bewusstsein im Unternehmen geändert hat durch viele Maßnahmen, die wir in der Gleichstellung setzen.“ Top-news

Keine Einmischung ins laufende Verfahren

Einen weiteren zentralen Punkt stellt die Aussendung klar: Die Gleichstellungsbeauftragten haben sich in das laufende Verfahren gegen Weißmann nicht eingeschaltet. Wie aus dem OTS-Originaltext hervorgeht, begründen sie das sachlich: „Mangels Informationen aus primären Quellen sind wir nicht in der Lage, eine Wertung dazu vorzunehmen.“ Top-news

Affäre mit offenem Ende

Die eigentliche Causa Weißmann läuft weiter. Der langjährige ORF-Generaldirektor war wegen Vorwürfen rund um Fehlverhalten gegenüber einer Mitarbeiterin zurückgetreten. Wie oe24 berichtet, wurde Ingrid Thurnher zwischenzeitlich zur vorläufigen ORF-Chefin bestellt. Wie tief die Affäre noch in den Sender hineinreicht, bleibt offen – der aktuelle Streit zeigt: Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben.


Quellen:

  • OTS / APA (Primärquelle, Originalaussendung der ORF-Gleichstellungsbeauftragten): ots.at
  • nachrichten.at
  • vol.at
  • exxpress.at
  • oe24.at

Credits: APA

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