Orbán solidarisch mit Polen? Warschau reagiert mit scharfer Abfuhr!

Orbán solidarisch mit Polen? Warschau reagiert mit scharfer Abfuhr!

Ein Vorfall, der die Nerven blank legt: Mutmaßlich russische Drohnen verletzen den polnischen Luftraum und sorgen für Alarmstimmung in Warschau. Polen reagiert prompt, schießt mehrere Drohnen ab und ruft die NATO auf den Plan. Doch was macht Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán? Er überrascht mit einer Solidaritätsbekundung – und erntet dafür eine frostige Reaktion aus Polen.

Wie Euronews berichtet, erklärte Orbán auf der Plattform X (ehemals Twitter): „Ungarn steht in voller Solidarität mit Polen nach dem jüngsten Drohnenvorfall. Die Verletzung der territorialen Integrität Polens ist inakzeptabel.“ Doch anstatt Dankbarkeit zu ernten, schlägt ihm aus Warschau eisiger Wind entgegen.

Polens Außenminister kontert scharf

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski ließ Orbáns Worte nicht unkommentiert. In einem wütenden Post auf X forderte er den ungarischen Regierungschef auf, endlich klare Kante gegen Russland zu zeigen. „Nein, Viktor. Der Vorfall beweist, dass Sie von Ihrem Zaun herunterkommen und die russische Aggression verurteilen sollten“, schrieb Sikorski. Er forderte zudem, dass Ungarn sein Veto gegen die EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine zurückzieht und schärfere Sanktionen gegen Russland unterstützt.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Polen und Ungarn sind ohnehin auf einem Tiefpunkt. Wie Euronews weiter berichtet, hat Polen kürzlich seinen Botschafter aus Budapest abgezogen, nachdem Ungarn dem polnischen Ex-Justizminister Marcin Romanowski Asyl gewährte – ein Mann, der in Polen wegen Betrugs gesucht wird.

NATO-Alarm und russische Provokationen

Der Drohnenvorfall selbst ist der schwerste Eingriff in den polnischen Luftraum seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Trümmer der abgeschossenen Drohnen wurden nahe der belarussischen Grenze gefunden. Polen reagierte entschlossen und beantragte die Aktivierung von NATO-Artikel 4, um dringende Konsultationen mit den Verbündeten einzuleiten.

Während Polen die NATO mobilisiert, bleibt Ungarn auffällig zurückhaltend. Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó war zeitgleich in Belarus, um über wirtschaftliche Beziehungen zu sprechen – ein Land, das als enger Verbündeter Russlands gilt. Laut Euronews lobte Szijjártó die „guten wirtschaftlichen Beziehungen“ zwischen Ungarn und Belarus, ohne den Drohnenvorfall auch nur zu erwähnen.

Orbáns „Friedenspolitik“ – ein Ablenkungsmanöver?

Orbán nutzte die Gelegenheit, um seine umstrittene „Friedenspolitik“ zu verteidigen. In seinem Post erklärte er, dass der Vorfall die Notwendigkeit eines Endes des russisch-ukrainischen Krieges zeige. Dabei verwies er auf die Bemühungen von Ex-US-Präsident Donald Trump, Frieden zu schaffen. Doch Kritiker werfen Orbán vor, mit solchen Aussagen lediglich von seiner prorussischen Haltung ablenken zu wollen.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x