Der Druck wächst – und zwar von Tag zu Tag! In Tirana wie auch in Wien verdichtet sich die Kritik am albanischen Botschafter Fate Velaj. Immer mehr Stimmen fordern Konsequenzen, während die Regierung Rama auffällig schweigt.
Opposition in Albanienschlägt Alarm
Ex-Premier Sali Berisha findet klare Worte: Rama könne nach der jüngsten Regierungsumbildung jederzeit einen neuen Botschafter entsenden – und müsse es auch. Denn Velaj habe „in sehr kurzer Zeit zu viele Skandale produziert“.
Und die Liste ist tatsächlich lang – und brisant:
- mutmaßlich gekaufter Universitätsabschluss an der berüchtigten Universität Kristal,
- Plagiat seiner Masterarbeit in Österreich,
- Schutz seiner angeklagten Schwägerin in der Wiener Botschaft,
- Sozialhilfe-Bezug in Österreich, obwohl er in Albanien ein Vermögen von 1,7 Millionen Euro angegeben hatte.
Heikle Fragen an Österreichs Politik
Wie lange wird Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger dem Treiben noch tatenlos zusehen? Mittlerweile gelten die Vorwürfe europaweit als erwiesen. Hat die Ministerin etwas zu verbergen?
Währenddessen ist Bundesministerin für Europa, Integration und Familie Claudia Plakolm auf Balkanreise – auch mit Station in Albanien. Vielleicht gelingt es ausgerechnet ihr, Ministerpräsident Rama deutlicher auf den „Skandal-Botschafter“ Velaj anzusprechen als es Meinl-Reisinger bislang getan hat. Aber warum darf Fate Velaj überhaupt einer geschäftlichen Tätigkeit als Botschafter in Österreich nachgehen – das war ihm ja mit Verbalnote verboten worden?
Velajs Buch – ein Auftritt im Desaster
Auch bei seiner großen Buchpräsentation in Österreich war nichts von Rückendeckung aus Tirana zu spüren. Weder Rama, noch Außenministerin Elisa Spiropali oder Kulturminister Blendi Gonxhe ließen sich blicken – obwohl sie auf der Gästeliste standen. Offensichtlich wollte man jedes gemeinsame Foto mit Velaj vermeiden.
Ermittlungen durch SPAK?
Zu allem Überfluss prüft jetzt auch die Sonderstaatsanwaltschaft SPAK, ob strafrechtliche Schritte einzuleiten sind. Der Skandal um Fate Velaj könnte damit eine völlig neue Dimension erreichen – und das Ende seiner diplomatischen Laufbahn einleiten.
Credits: APA
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