Der Online-Handel in Österreich steht unter Beschuss: Laut einer aktuellen Studie des Handelsverbands Österreich und der Wirtschaftsauskunftei CRIF sind 64 Prozent der heimischen Online-Shops bereits Opfer von Betrug oder Betrugsversuchen geworden. Die Täter werden immer raffinierter, und die Schäden für die Händler steigen dramatisch.
Die Tricks der Betrüger: Ware erhalten, aber nicht bezahlt
Die häufigste Masche: Kunden behaupten, die bestellte Ware nie erhalten zu haben – ein Problem, mit dem 51 Prozent der Händler konfrontiert sind. Doch das ist längst nicht alles: Verfälschte Namens- und Adressdaten (49 Prozent), Identitätsbetrug (43 Prozent) und der Einsatz gestohlener Zahlungsdaten (42 Prozent) gehören ebenfalls zum Repertoire der Betrüger. Besonders perfide ist der sogenannte Eingehungsbetrug, bei dem Kunden bestellen, obwohl sie wissen, dass sie nicht zahlen können oder wollen.
Finanzielle Schäden: Für manche Händler existenzbedrohend
Die finanziellen Folgen sind gravierend: Während die meisten Händler Verluste von unter 5.000 Euro pro Jahr melden, berichten zehn Prozent von Schäden zwischen 50.000 und 100.000 Euro. „Für einige Unternehmen kann das existenzbedrohend werden“, warnt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Besonders alarmierend: Die Täter nutzen zunehmend künstliche Intelligenz, um ihre Methoden zu perfektionieren, wie CRIF-Geschäftsführerin Anca Eisner-Schwarz betont.
Sicherheit als Schlüssel: Investitionen sind ein Muss
Die gute Nachricht: Immer mehr Händler setzen auf Maßnahmen zur Betrugserkennung. Laut der Studie nutzen bereits 50 Prozent der Shops automatisierte Systeme, um Betrüger zu entlarven. „Investitionen in Sicherheit sind nicht zu teuer – teuer wird es, wenn man darauf verzichtet“, so Rainer Will. Gütesiegel wie das „Trustmark Austria“ des Handelsverbands sollen zusätzlich Vertrauen schaffen.
Studie zeigt: Betrug ist kein Randphänomen
Die Umfrage, an der knapp 100 österreichische Online-Händler teilnahmen, lief vom 28. November 2025 bis zum 7. Januar 2026. Sie zeigt deutlich: Betrug im E-Commerce ist kein Randphänomen, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die Branche. Händler sind gut beraten, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken, um sich vor den immer professioneller agierenden Tätern zu schützen.
Quellen: exxpress.at, ots.at
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