Die politische Sommerpause ist vorbei, doch die Wortgefechte zwischen den Parteien laufen auf Hochtouren. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti hat FPÖ-Chef Herbert Kickl ins Visier genommen und dabei mit einem bissigen Wortwitz für Aufsehen gesorgt. In einer Presseaussendung erinnerte Marchetti daran, dass Kickl seine Chance auf die „Volkskanzlerschaft“ verspielt habe. Seine spöttische Formel: „2 Monate Bergsteigen, 1 Facebook-Video aufsagen, 0 Mal Verantwortung übernommen.“
Kickl ist seit Juli nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten und kommuniziert ausschließlich über Facebook. Marchetti nutzte dies, um den FPÖ-Chef als „Chef der faulsten Partei Österreichs“ zu bezeichnen, wie oe24.at berichtet.
Wortwitz mit politischem Biss
Die ÖVP ließ es sich nicht nehmen, in ihrer Presseaussendung noch einen weiteren Seitenhieb zu platzieren. „Das V in FPÖ steht für Verantwortung“, heißt es ironisch – eine Anspielung darauf, dass die ÖVP der FPÖ jegliche politische Verantwortung abspricht. Marchetti kritisierte zudem die Arbeitsweise der Freiheitlichen: „Nicht regieren wollen, Copy-Paste-Anfragen und verfassungswidrige Untersuchungsausschüsse – das ist die Performance der FPÖ.“
Diese Aussagen dürften bei den FPÖ-Wählern für gemischte Gefühle sorgen, so Marchetti weiter. Die Volkspartei scheint entschlossen, die Freiheitlichen mit gezielten Attacken unter Druck zu setzen.
Hafenecker liefert die Vorlage
Interessanterweise stammt die Idee der „Formel“ ursprünglich von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. Dieser hatte zuvor die sogenannte „Stocker-Formel“ präsentiert: „2 Wahlverlierer, 1 pinker Steigbügelhalter, 0 Arbeit für die Österreicher.“ Marchetti griff diese Vorlage auf und drehte den Spieß um – ein cleverer Schachzug, der die politische Debatte weiter anheizt.
Politische Sommerfrische oder ernsthafte Arbeit?
Während die FPÖ sich in der Sommerpause auf Facebook zurückzog, versucht die ÖVP, mit gezielten Angriffen die öffentliche Wahrnehmung zu dominieren. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die politischen Wortgefechte in Österreich auch nach der Sommerpause nichts an Schärfe verloren haben.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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