Die wirtschaftliche Lage in Österreich bleibt angespannt. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) sieht sich gezwungen, den Sparstift noch strenger anzusetzen, um die Budgetziele zu erreichen. Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS zeichnen ein düsteres Bild: Das Budgetdefizit wird 2026 bei 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen – weit über dem von der EU geforderten Maastricht-Grenzwert von 3 Prozent.
Defizitverfahren und Sparzwang
Bereits im Juli 2025 wurde ein EU-Defizitverfahren gegen Österreich eingeleitet. Um die Vorgaben der Europäischen Union bis 2028 zu erfüllen, sind laut IHS weitere Konsolidierungsmaßnahmen notwendig. Finanzminister Marterbauer bestätigte einen zusätzlichen Sparbedarf von zwei Milliarden Euro, obwohl bereits Einsparungen bei Förderungen bis 2029 geplant sind.
Wirtschaftswachstum bleibt schwach
Die wirtschaftliche Erholung wird durch externe Faktoren wie den Iran-Krieg und die gestiegenen Energiepreise gebremst. Laut WIFO wird das Wirtschaftswachstum 2026 nur 0,9 Prozent betragen, während das IHS lediglich 0,5 Prozent prognostiziert. Für 2027 erwarten die Institute ein leichtes Wachstum von 1,3 Prozent (WIFO) bzw. 0,8 Prozent (IHS).
Staatsverschuldung auf Rekordniveau
Die Staatsverschuldung Österreichs steigt weiter an. Während sie 2025 bei 81,5 Prozent des BIP lag, wird sie laut IHS 2026 auf 83,5 Prozent und 2027 auf 85,4 Prozent anwachsen. Das WIFO rechnet für 2027 mit einer Verschuldung von 84,6 Prozent.
Maßnahmen der Regierung
Die Bundesregierung plant, das Defizit bis 2028 auf die erlaubten 3 Prozent zu senken. Dies erfordert nicht nur Einsparungen, sondern auch strukturelle Reformen. Marterbauer betonte, dass die Bundesländer und Gemeinden ebenfalls ihren Beitrag leisten müssen. Besonders die Gemeinden stehen unter Druck, da sie mit steigenden Ausgaben und sinkenden Einnahmen kämpfen.
Quellen: oe24.at, VOL.at, WIFO
Credits: APA
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