Österreichs Energieversorgung: Regierung beruhigt trotz Iran-Krise

Österreichs Energieversorgung: Regierung beruhigt trotz Iran-Krise

Wien – Die Energieversorgung in Österreich bleibt trotz der angespannten Lage im Nahen Osten gesichert. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) versicherte am Dienstag bei einer Pressekonferenz: „Wir sind auf der sicheren Seite.“ Die neu eingerichtete „Taskforce Versorgungssicherheit“ tagte erstmals und analysiert täglich die Lage.

Taskforce im Dauereinsatz

Die Taskforce, bestehend aus Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO, der E-Control und des Lieferketteninstituts ASCII, überwacht 18 Indikatoren, darunter Speicherstände und Marktverwerfungen. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die Regierung abzuleiten. „Wir dürfen uns nicht von kurzfristigen Volatilitäten treiben lassen“, betonte Hattmannsdorfer. Auch WIFO-Ökonom Harald Oberhofer sieht keinen Grund zur Panik: „Die aktuellen Preisausschläge bei Öl und Gas sind moderat im Vergleich zu den letzten drei Jahren.“

Iran-Krieg treibt Preise – aber keine Krise in Sicht

Der Iran-Krieg hat die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe getrieben. Der Brent-Ölpreis stieg auf 85 Dollar pro Barrel, der höchste Stand seit Juli 2024. Dennoch bleibt Österreichs Versorgung stabil. Laut Hattmannsdorfer stammen nur 15 Prozent des importierten Flüssiggases aus Katar, das durch die Straße von Hormuz transportiert wird. Der Großteil kommt aus den USA. „Wir sind diversifiziert aufgestellt“, so der Minister.

Strategische Reserven als Sicherheitsnetz

Österreich verfügt über strategische Reserven, die für zwei kalte Wintermonate ausreichen. Beim Gas sind 20 Terawattstunden gespeichert, beim Öl 2,65 Millionen Tonnen. „Die aktuelle Situation erfordert keinen Einsatz der Reserven“, erklärte Hattmannsdorfer. Auch die OMV sieht keine Bedrohung der Versorgung und bereitet alternative Szenarien vor.

Inflation im Blick

Die steigenden Energiepreise könnten die Inflation anheizen. Oberhofer rechnet mit einem zusätzlichen Anstieg von 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten, sollte der Ölpreis länger auf hohem Niveau bleiben. Dennoch bleibt die Regierung gelassen. „Kein Staat hat Interesse an dauerhaft hohen Energiepreisen“, so Oberhofer.

Quellen: oe24.at, ORF, Kleine Zeitung, NÖN, Kurier
Credits: APA

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