Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine „Renaissance der Kernenergie“ ausruft, bleibt Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker unerschütterlich: Atomkraft? Nicht mit uns! Die Debatte um die Zukunft der Energieversorgung in Europa spitzt sich zu – und Österreich geht auf Konfrontationskurs.
Von der Leyens Atom-Offensive
Ursula von der Leyen sorgt mit ihrem Vorstoß für Aufsehen: Sie will kleine, modulare Atomkraftwerke (SMRs) mit EU-Geldern fördern. „Es war ein strategischer Fehler, der Atomkraft den Rücken zu kehren“, erklärte sie beim Kernkraft-Gipfel in Paris. Mit 200 Millionen Euro aus dem Emissionshandelssystem sollen Investitionen in diese Technologie angekurbelt werden. Doch nicht alle EU-Staaten sind begeistert.
Österreich bleibt bei „Nein“
Für Österreich ist die Sache klar: Atomkraft bleibt tabu. „Die Frage der Atomkraft ist seit der Volksabstimmung entschieden“, betonte Stocker. Stattdessen setzt die Regierung auf erneuerbare Energien wie Wasser-, Wind- und Sonnenkraft. Umweltminister Norbert Totschnig erinnerte an die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima: „Diese Risiken dürfen nicht ignoriert werden.“
Kritik an Mini-Atomkraftwerken
Von der Leyens Fokus auf SMRs stößt auf Skepsis. Laut Experten wie der Deutschen Umwelthilfe und dem Freiburger Öko-Institut sind die kleinen Reaktoren keineswegs die Lösung: Sie produzieren mehr Atommüll pro erzeugter Energieeinheit und bergen ungelöste Sicherheitsfragen. Auch der hohe Wasserverbrauch und die CO2-Emissionen bei Bau und Rückbau werden kritisiert.
Energiepreise im Fokus
Trotz des hohen Anteils erneuerbarer Energien bleibt der Strom in Österreich teuer. Stocker fordert von Brüssel Maßnahmen, um die Preise zu senken. „Günstige Produktionskosten müssen bei den Menschen ankommen“, so der Kanzler. Doch ob die EU auf diese Forderung eingeht, bleibt abzuwarten.
Ein grünes Vorbild?
Während Länder wie Deutschland und Frankreich über die Rückkehr zur Atomkraft diskutieren, sieht sich Österreich als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. „Wir zeigen, dass es auch ohne Atomkraft geht“, erklärte Totschnig. Doch die Debatte um die Zukunft der Energieversorgung in Europa ist längst nicht beendet.
Quellen: exxpress.at, heute.at, krone.at, br.de
Credits: APA
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