Die Asylzahlen in Österreich sind im Jänner 2026 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken. Erstmals überstieg die Zahl der Abschiebungen jene der Neuanträge – ein migrationspolitischer Wendepunkt.
Tiefststand seit 2012
Laut der aktuellen Asylstatistik des Innenministeriums wurden im Jänner 2026 österreichweit nur 945 Asylanträge gestellt. Wie oe24 berichtet, muss man bis ins Jahr 2012 zurückgehen, um im ersten Monat eines Jahres einen niedrigeren Wert zu finden. Im Vergleich zum Jänner 2025 entspricht das einem Rückgang von 51 Prozent – also einer Halbierung. Europaweit fiel der Rückgang mit minus 17 Prozent deutlich moderater aus, Österreich liegt damit weit unter dem EU-Schnitt.
Die meisten Anträge stellten Staatsangehörige aus Syrien, Afghanistan und Somalia. Von keiner anderen Nationalität kamen mehr als 50 Anträge.
Familiennachzug faktisch eingefroren
Besonders auffällig ist ein Detail bei den Erstanträgen – also jenen von Menschen, die neu ins Land eingereist sind: Nur 421 solcher Ansuchen wurden im Jänner registriert. Maßgeblich dazu beigetragen hat laut Innenministerium der weitgehende Stopp beim Familiennachzug, der bis Mitte 2026 pausiert ist – Ausnahmen für besonders berücksichtigungswürdige Fälle ausgenommen. Konkret: Im gesamten Jänner gab es genau eine Einreise über diesen Weg.
Kaum verändert hat sich die Zusammensetzung der Antragsteller: 55 Prozent waren Männer, 51 Prozent volljährig – die Antragsteller sind damit im Schnitt etwas älter als in den Vorjahren.
Mehr Ausreisen als Neuankünfte
Das eigentliche Signal liefert ein anderer Vergleich: Im Jänner verließen 1.083 Personen Österreich – mehr als neue Anträge einlangten. 57 Prozent davon wurden zwangsweise abgeschoben. Bemerkenswert: Rund 41,5 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt worden.
Positiv beschieden wurden im selben Monat 338 Asylanträge, dazu kamen 315 Fälle mit subsidiärem Schutz.
Grundversorgung: Entspannung in kleinen Schritten
In der Grundversorgung, also der staatlichen Betreuung von Asylwerbern und Schutzberechtigten, zeichnet sich laut Innenministerium ebenfalls eine leichte Entspannung ab – wenngleich nach wie vor mehr als 51.000 Personen betreut werden. Den mit Abstand größten Anteil stellen dabei ukrainische Kriegsvertriebene. Im Jänner sank die Gesamtzahl um rund 900 Personen.
Quelle: Asylstatistik des österreichischen Innenministeriums, Jänner 2026; berichtet von oe24.at
Credits: APA
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