Österreich macht Social Media dicht – zumindest für die Jüngsten

Österreich macht Social Media dicht – zumindest für die Jüngsten

Nach wochenlangem Tauziehen ist die Sache klar: Die österreichische Bundesregierung hat am Freitag den Durchbruch verkündet – das Social-Media-Verbot für Jugendliche bis 14 Jahre kommt. TikTok, Instagram, Snapchat und Co. werden für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren künftig gesperrt sein. Die Details präsentierten Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) am Vormittag im Bundeskanzleramt.

Warum gerade jetzt?

Die Debatte zieht sich schon länger. Wie der ORF berichtet, macht Australien mit seinem Social-Media-Verbot für alle unter 16 Jahren international Schule – Frankreich und Großbritannien arbeiten bereits an ähnlichen Gesetzen. Österreich zieht nun nach. Medienminister Babler hatte laut nachrichten.at zuletzt immer wieder betont: Kinder würden „in einer Welt allein gelassen, in der sie nicht allein zurechtkommen können“ – einer Welt voller unrealistischer Schönheitsideale, Gewaltverherrlichung und Manipulation. Die Altersgrenze von 14 Jahren orientiert sich laut meinbezirk.at an der Geschäftsfähigkeit sowie an den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Schule als Paketdeal

Das Social-Media-Verbot kam nicht allein. Wie oe24 berichtet, einigte sich die Koalition zeitgleich auf eine Reform der Lehrpläne in den AHS-Oberstufen: Ab dem Schuljahr 2027/28 stehen Medienkompetenz, Demokratiebildung und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz auf dem Stundenplan.

Den Preis dafür zahlt Latein: Wie nachrichten.at berichtet, werden in der Oberstufe zwei der bisher zwölf Lateinstunden gestrichen – ursprünglich sollten es vier sein, nach heftigem Protest blieb man bei zwei. Die Schulen selbst dürfen laut Bildungsministerium autonom entscheiden, ob Medienkompetenz als eigenes Fach oder im Rahmen eines Fächerbündels unterrichtet wird.

Was das neue Pflichtfach bringt

Das neue Pflichtfach „Medien und Demokratie“ soll mehr sein als klassische Medienkunde. Wie oe24 berichtet, sollen die Jugendlichen lernen, wahr von falsch zu unterscheiden und demokratiefeindliche sowie radikalisierende Einflussversuche zu erkennen. Auch der Informatikunterricht wird ausgebaut – mit klarem Fokus auf KI: Funktionsweise digitaler Systeme verstehen, Potenziale erkennen, Risiken einschätzen.

Wie soll das Verbot durchgesetzt werden?

Das ist die eigentlich spannende Frage – und noch nicht vollständig beantwortet. Als mögliches Vorbild gilt laut ORF das australische Modell, bei dem die Verantwortung für die Altersprüfung bei den Plattformen liegt. Dort kommen unter anderem Ausweis-Uploads, Gesichtserkennung und Verhaltensanalysen zum Einsatz – bei wiederholten Verstößen drohen Unternehmen Strafen von bis zu rund 30 Millionen Euro. Modelle, bei denen personenbezogene Daten via Ausweis-Scan direkt an die Plattformen übermittelt werden, lehnte Babler laut nachrichten.at klar ab. Wie oe24 berichtet, soll das Verbot bereits ab Beginn des kommenden Schuljahres im September in Kraft treten.


Quellen:

  • oe24.at: Ampel einigt sich auf Social-Media-Verbot unter 14 Jahren (27.3.2026)
  • salzburg24.at: Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige jetzt fix (27.3.2026)
  • nachrichten.at: Social-Media-Verbot bis 14 und Lehrplanreform fix (27.3.2026)
  • orf.at: Parteien einig: Regierung will Social-Media-Verbot unter 14 (27.1.2026)
  • t-online.de: Österreich führt Social-Media-Verbot ein (27.3.2026)
  • meinbezirk.at: Experten fordern Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige (März 2026)

Credits: APA

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