Obdachlosenhildfsaktion: Warum Hilfe so nicht funktionieren kann

Obdachlosenhildfsaktion: Warum Hilfe so nicht funktionieren kann

Gastbeitrag von Walter Kreische

Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Armut, und warum das in Österreich immer noch Realität ist – Manchmal reicht ein Blick, um zu spüren: Da steht ein Mensch, der nicht „einfach nur“ müde ist sondern müde vom Kämpfen, müde vom Erklären, müde vom Hoffen. Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit sind keine Randnotiz, sie sind ein Spiegel dafür, wie schnell ein Leben kippen kann, wenn ein Sicherheitsnetz reißt und wie schwer es ist, wieder Boden unter die Füße zu bekommen, wenn man einmal aus dem System gefallen ist, schafft…

Gewalt und Übergriffe, weil Schutz fehlt

Obdachlose Menschen sind besonders verletzlich, weil sie keinen sicheren Ort haben. Wer schläft, kann nicht aufpassen. Wer keinen eigenen Wohnungsschlüssel hat, hat keine Grenze mehr, an die sich potentielle Gewalttäter halten müssten. Dass Gewalt gegen obdachlose Menschen real ist und oft zunimmt, wird auch medial und von Expert*innen beschrieben, inklusive Hinweis auf immens hohe Dunkelziffern, weil vieles nicht angezeigt wird.

Ein Beispiel aus der Praxis, dass fehlende Niederschwelligkeit eine große Rolle spielt – manche müssten erst anrufen, würden dann mit dem Rettungswagen geholt, das Angebot sei nur kurz gedacht. Viele scheuen formale Behördenwege oder sind nicht in der Lage, diese Prozesse zu durchlaufen. Das ist kein „Nicht-Wollen“, das ist schlichte Überforderung, große Angst und unüberwindbare Hürden. Und Gründe, warum Menschen trotz vorhandener Schlafstellen auf der Straße bleiben, werden von uns sehr konkret genannt…

Es gibt Sätze, die hört man immer wieder aus der Politik aber auch aus der Gesellschaft. Sätze, die im Vorbeigehen fallen, am Stammtisch, in Kommentarspalten, manchmal sogar im beruflichen Umfeld. Einer davon ist: „Die Obdachlosen wollen ja keine Hilfe“ oder „die wollen eh in keine Einrichtung“ oder die klassische Kombination aus „die könnten auch arbeiten gehen statt den ganzen Tag zu saufen – wenn sie nur wollten.“

Ich sage das als Obmann der Obdachlosenhilfsaktion ganz deutlich – das ist eine richtig böse Lüge, und zwar eine, die sich sehr bequem anfühlt weil sie uns aus der Verantwortung entlastet. Wenn wir glauben, „die wollen nicht“, müssen wir uns nicht mehr fragen, ob unsere Angebote passen, dann müssen wir nicht mehr hinschauen, wie kompliziert Hilfe in der Realität ist und dann müssen wir…

Weiter auf https://www.obdachlosenhilfsaktion.at/warum-hilfe-so-nicht-funktionieren-kann/

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