Umgeleitete Maschinen, eine Eskorte der Luftwaffe, ein Bombenteam auf einem Militärflugplatz: Eine neue Serie von Bombendrohungen hat am Donnerstag den europäischen Flugverkehr durcheinandergebracht. Auch Wien war betroffen. Am Flughafen Schwechat ging eine E-Mail mit Drohungen gegen vier Flüge ein. Sprengstoff wurde bisher nirgends gefunden.
Drohmail in Schwechat
Am Flughafen Wien ging am Donnerstag laut oe24 eine E-Mail mit “abstrakten Drohungen” gegen insgesamt vier Flüge ein. Betroffen waren unter anderem Verbindungen von oder nach italienischen Flughäfen. Die Drohungen lösten Sicherheitsmaßnahmen aus. Ein Wizz-Air-Airbus auf dem Weg von Mailand-Malpensa nach Warschau musste laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA nach einer Bombendrohung außerplanmäßig in Wien landen. Ein Flug von Helsinki nach Wien, den die Fluglinie Jettime für Finnair durchführte, war ebenfalls Ziel einer Drohung, landete laut Finnair aber planmäßig.
Luftwaffe begleitet Jet nach Rom
Auch andere Länder waren betroffen. Einen Finnair-Flug von Helsinki nach Rom eskortierte die italienische Luftwaffe zum Flughafen Fiumicino. In Bulgarien mussten drei Maschinen außerplanmäßig landen: Flüge aus Kopenhagen und Madrid in Sofia, ein Flug aus London in Plovdiv. Ein Aer-Lingus-Airbus von Dublin nach Rom wurde zum französischen Militärflugplatz Évreux umgeleitet, rund 100 Kilometer nordwestlich von Paris. Die 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder wurden nach der Landung in Sicherheit gebracht, ein Entschärfungsteam sollte die Maschine untersuchen.
Die zweite Welle binnen Tagen
Die Drohungen sind kein Einzelfall. Erst wenige Tage zuvor hatte laut oe24 eine Serie ähnlicher Drohungen den europäischen Flugverkehr gestört, damals waren mehrere Flugzeuge und sogar ein Kreuzfahrtschiff betroffen. Sprengsätze wurden dabei nach bisherigen Erkenntnissen keine gefunden. Wer hinter den Drohungen steckt und ob die Wellen zusammenhängen, ist offen. Die Ermittlungen laufen.
Warum Drohungen trotzdem ernst genommen werden
Auch wenn sich die meisten solcher Drohungen als falscher Alarm herausstellen, müssen Behörden und Fluglinien jede einzelne prüfen. Das bedeutet umgeleitete Flüge, Verspätungen und Sicherheitskontrollen am Boden, für Passagiere oft stundenlange Verzögerungen. Wer falsche Bombendrohungen verbreitet, macht sich in Österreich strafbar, etwa wegen gefährlicher Drohung oder Landzwang, dafür drohen mehrere Jahre Haft.
Credits: Arne Müseler / www.arne-mueseler.com, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=84801384
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