Benjamin Netanjahu, Israels Premierminister, hat mit einem umstrittenen Angriff auf die Hamas-Führung in Katar für internationale Empörung gesorgt. Während die Weltgemeinschaft den Atem anhält, spricht Katars Premier Mohammed bin Abdulrahman Al Thani von einer „zerstörten Hoffnung“ für die Geiseln im Gazastreifen. Doch was steckt hinter diesem explosiven Vorfall?
Angriff in Doha: Ein Schachzug mit fatalen Konsequenzen?
Am Dienstagmorgen schlugen israelische Kampfjets in der katarischen Hauptstadt Doha zu. Ziel war die Führungsspitze der Hamas, darunter Chalil Al-Haja, ein prominenter Verhandlungsführer der Organisation. Doch der Angriff verfehlte sein Ziel – Al-Haja blieb unversehrt, während sein Sohn und Büroleiter ums Leben kamen. Laut „Der Spiegel“ war dies ein klares Signal Israels, dass Verhandlungen mit der Hamas nicht mehr auf der Agenda stehen.
Katars Premier Al Thani zeigte sich entsetzt. In einem Interview mit CNN erklärte er: „Netanjahu hat jede Hoffnung für die Geiseln zunichtegemacht.“ Katar, das gemeinsam mit Ägypten und den USA als Vermittler im Gaza-Konflikt agiert, steht nun vor einer schwierigen Entscheidung: Soll das Emirat seine Rolle als neutraler Vermittler aufgeben?
Internationale Kritik: Netanjahu unter Beschuss
Die Reaktionen auf den Angriff ließen nicht lange auf sich warten. Selbst Israels engster Verbündeter, die USA, äußerte sich kritisch. Laut „Tagesschau“ bezeichnete US-Präsident Donald Trump den Angriff in einem Telefonat mit Netanjahu als „unklug“. Auch Großbritannien meldete sich zu Wort: Premierminister Keir Starmer sprach von einer „eklatanten Verletzung der Souveränität Katars“.
Doch Netanjahu bleibt unbeeindruckt. In einer scharfen Ansprache forderte er Katar auf, Hamas-Anführer auszuweisen, und drohte: „Wenn ihr es nicht tut, werden wir es tun.“ Katars Außenministerium reagierte prompt und verurteilte die „rücksichtslosen Drohungen“ des israelischen Premiers.
Hoffnung für die Geiseln schwindet
Im Gazastreifen befinden sich derzeit 48 Geiseln, von denen nach israelischen Angaben nur noch 20 am Leben sind. Die Angehörigen der Entführten sind verzweifelt. „Sie zählen auf die Vermittlung, sie haben keine andere Hoffnung“, so Al Thani. Doch nach dem Angriff scheint eine Waffenruhe in weiter Ferne.
Die „Welt“ berichtet, dass Katar seine Vermittlungsrolle „neu bewerten“ will. Ein Rückzug des Emirats könnte die ohnehin fragile Situation im Nahen Osten weiter destabilisieren.
Quellen: ORF, Tagesschau, Der Spiegel, Welt, CNN
Credits: APA
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