Das Personalkarussell im Team von Digitalisierungs-Staatssekretär Josef Schellhorn dreht sich in rasantem Tempo. Wie die Zeitung Heute berichtet, hat der Neos-Politiker schon wieder eine Pressesprecherin verloren – und das nach nur sechs Wochen im Amt. Es ist bereits der zweite Abgang auf dieser Position innerhalb von nur sieben Monaten, was die Frage aufwirft, warum im Umfeld des umstrittenen Staatssekretärs niemand lange bleibt.
Ein Job mit kurzer Halbwertszeit
Die Sprecherin, die ihren Dienst erst am 1. September angetreten hatte, ist schon wieder Geschichte. Ihr Abgang reiht sich in eine Serie von personellen Turbulenzen ein, die das Umfeld Schellhorns seit seinem Amtsantritt prägen. Schon ihre Vorgängerin hatte nach den Turbulenzen rund um das sogenannte „Audi-Gate“ das Handtuch geworfen. Für Beobachter der politischen Szene scheint die Arbeit für den Staatssekretär ein besonders steiniges Pflaster zu sein.
Das „Audi-Gate“ als Dauerbelastung
Die Kontroversen um Schellhorn begannen kurz nach seinem Start in der Regierung. Wie Heute aufdeckte, gönnte sich der für Entbürokratisierung zuständige Staatssekretär eine neue, luxuriöse Dienstkarosse. Anstelle des vorgesehenen Audi A6 bestand er auf einen A8 – mit der Begründung, er benötige „mehr Beinfreiheit auf längeren Überlandfahrten“. Schnell erhielt er in Regierungskreisen den Spitznamen „Achter-Sepp“.
Der Skandal weitete sich aus, als Schellhorn in einem TV-Interview einen geschmacklosen Vergleich zur NS-Zeit zog und meinte: „Ich hab mich so gefühlt wie vor 85 Jahren.“ Für diese Äußerung musste er sich später entschuldigen, doch der Schaden für sein Ansehen war bereits angerichtet. Die Affäre zog eine parlamentarische Anfrage der Grünen nach sich, die mehr Transparenz bei den Dienstwagen der gesamten Regierung forderten.
Ein Aderlass bei den Neos
Schellhorns Personalprobleme sind kein Einzelfall bei den Neos. Die Partei erlebt derzeit einen spürbaren Aderlass. Auch Parteichefin Beate Meinl-Reisinger verlor bereits einen Pressesprecher. Zudem steht, so raunen es Polit-Insider im Regierungsviertel, auch ihr Kabinettschef vor dem Absprung. Der erst im April engagierte Sicherheitsberater Thomas Starlinger geht mit Jahresende in Pension, und Neos-Urgestein Stephanie Krisper hat ihren Rückzug aus dem Nationalrat angekündigt.
Währenddessen bleibt die Liste politischer Erfolge von Staatssekretär Schellhorn überschaubar. Die versprochene große Entbürokratisierungs-Strategie lässt weiter auf sich warten. Stattdessen sorgt er mit Wut-Tiraden gegen die Bundesländer für Aufsehen. Nun muss er sich auf die Suche nach Pressesprecher Nummer drei machen – und die politische Öffentlichkeit fragt sich, wer sich als Nächster auf den Schleudersitz wagt.
Credits: APA
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