Die NEOS gehen auf Reisen, um ihre Bildungserfolge zu bewerben, doch es gibt eine überraschende Wendung: Der zuständige Mann, Bildungsminister Christoph Wiederkehr, wird nicht an der Tour teilnehmen. Stattdessen übernimmt NEOS-Bildungssprecherin Martina von Künsberg Sarre die Führung und will so die Diskussion über den Kurs der Partei anstoßen.
Eine Tour, um Herzen und Köpfe zu gewinnen
NEOS-Klubobmann Yannick Shetty kündigte die „Bildungstour“ am Freitag bei einer Pressekonferenz an, wie oe24.at berichtet. Ziel sei es, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und die „gewaltigen Umbrüche“ im Bildungssystem zu erklären. Shetty betonte, wie wichtig es sei, die Menschen bei den Reformen mitzunehmen. Gleichzeitig dämpfte er die Erwartungen: „Wir werden alles geben, aber es werden nach fünf Jahren nicht alle Probleme gelöst sein.“
Die Tour unter der Leitung von Künsberg Sarre soll ein neues Kapitel in der politischen Kommunikation aufschlagen. Ab Oktober wird sie Bildungseinrichtungen in allen Bundesländern besuchen und in öffentlichen Diskussionen mit Betroffenen ins Gespräch kommen. Laut oe24.at sprach sie von einem „Paradigmenwechsel“ gegenüber ihren Vorgängern und betonte, dass die vielbeschworene „Aufholjagd“ nur gemeinsam gelingen könne. „Es ist ein Bohren dicker Bretter, das spüren wir schon“, gab sie zu.
Minister bei Werbetour abwesend
Das bemerkenswerteste Detail dieser Tour ist die Abwesenheit des eigenen NEOS-Bildungsministers Christoph Wiederkehr. Während er nicht Teil der öffentlichkeitswirksamen Kampagne ist, will die Partei die unter seiner Aufsicht erzielten Veränderungen dennoch hervorheben.
Shetty bezeichnete dieses Schuljahr als „ein Jahr der Veränderung“ nach jahrzehntelangem Stillstand. Er zählte mehrere Kerninitiativen auf, darunter den Ausbau der Deutschförderung, neue Orientierungsklassen und die geplante verpflichtende Sommerschule. Weitere Reformen in Vorbereitung sind die Stärkung der Elternpflichten, ein Kopftuchverbot und mehr Unterstützungspersonal an den Schulen. Darüber hinaus soll die Finanz- und Wirtschaftsbildung in 50 Gymnasien eingeführt und ein „Chancenbonus“ für 400 Schulen mit besonders schwierigen Voraussetzungen umgesetzt werden.
Mit dieser Tour senden die NEOS eine klare Botschaft: Sie sind stolz auf ihre Arbeit im Bildungsbereich, wissen aber, dass es noch ein langer Weg ist, um die Öffentlichkeit vollständig zu überzeugen.
Credits: APA
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