Nach den jüngsten mutmaßlichen Verletzungen des polnischen Luftraums durch russische Drohnen hat die NATO eine neue Initiative gestartet, um die Verteidigungsfähigkeit ihrer Ostflanke zu stärken. Die Operation „Eastern Sentry“ wurde am Freitag von NATO-Generalsekretär Mark Rutte angekündigt. Wie Reuters berichtet, erklärte Rutte, dass die Mission eine Antwort auf die zunehmende „Rücksichtslosigkeit Russlands in der Luft“ sei.
Verstärkte Verteidigung an der Ostflanke
Die Mission umfasst laut Rutte eine Vielzahl von Ressourcen, die von NATO-Mitgliedsstaaten wie Deutschland, Frankreich, Dänemark und dem Vereinigten Königreich bereitgestellt werden. Deutschland hat beispielsweise angekündigt, die Anzahl seiner Eurofighter für bewaffnete Schutzflüge über Polen von zwei auf vier zu verdoppeln. Diese Kampfjets sind auf dem Fliegerhorst in Rostock-Laage stationiert und sollen mindestens bis Jahresende für Luftverteidigungseinsätze bereitstehen. Frankreich stellt drei Rafale-Kampfjets zur Verfügung, während Dänemark zwei F-16 und eine Fregatte entsendet (Quelle: Marketscreener).
Drohnenvorfall als Auslöser
Der Auslöser für die neue NATO-Initiative war ein Vorfall am Mittwoch, bei dem laut der Deutschen Welle insgesamt 19 russische Drohnen in den polnischen Luftraum eindrangen. Polnische und niederländische Kampfjets schossen mehrere dieser Drohnen ab. Teile der Drohnen wurden in verschiedenen Regionen Polens gefunden, darunter in der Nähe von Lodz, etwa 250 Kilometer von der polnischen Ostgrenze entfernt. Einige Drohnen sollen unbewaffnet gewesen sein, wie der polnische Regierungssprecher Adam Szlapka mitteilte.
NATO zeigt Entschlossenheit
In einer Stellungnahme betonte Rutte, dass die NATO „jeden Zentimeter ihres Territoriums verteidigen“ werde. Der Vorfall führte zu einer Sitzung des Nordatlantikrats, bei der Polen Konsultationen gemäß Artikel 4 des NATO-Vertrags beantragte. Wie auf der Plattform „Augen geradeaus!“ berichtet, waren an der Abwehraktion auch deutsche Patriot-Systeme beteiligt, die jedoch keine Raketen abfeuerten, sondern lediglich Daten lieferten.
Russische Manöver und weitere Provokationen
Zeitgleich mit dem Drohnenvorfall führte Russland ein großangelegtes Militärmanöver nahe der NATO-Grenze durch. Laut der Deutschen Welle befürchtet Polen weitere Provokationen, insbesondere im Zusammenhang mit den laufenden russisch-belarussischen Militärübungen „Zapad“. Polens Premierminister Donald Tusk forderte die NATO-Verbündeten auf, ihre Unterstützung zu verstärken, und betonte, dass der Krieg in der Ukraine „eine Konfrontation sei, die Russland der gesamten freien Welt erklärt habe“.
Credits: APA
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