NATO räumt den Irak: Iran-Krieg zwingt Bündnis zum Abzug

NATO räumt den Irak: Iran-Krieg zwingt Bündnis zum Abzug

Der Iran-Krieg hinterlässt erste konkrete Spuren in der NATO-Truppenpräsenz im Nahen Osten. Das gesamte Personal der Irak-Mission wurde in Sicherheit gebracht – unter riskanten Bedingungen, mit maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr.

Vollständiger Abzug aus Bagdad

Wie Reuters unter Berufung auf eine offizielle NATO-Mitteilung berichtet, hat die Allianz am 20. März ihr gesamtes Personal der NATO Mission Iraq (NMI) aus dem Nahen Osten nach Europa verlegt. NATO-Oberbefehlshaber General Alexus Grynkewich erklärte dazu: Er danke dem Irak und allen Verbündeten, die bei der sicheren Verlegung des Personals geholfen hätten. Wie swissinfo.ch festhält, handelte es sich dabei um einige Hundert Personen – offizielle Zahlen nannte die NATO nicht. Wie die Weltwoche berichtet, wird die Mission vorerst vom NATO-Hauptquartier in Neapel aus weitergeführt.

Warum der Irak zur Gefahrenzone wurde

Wie swissinfo.ch erläutert, folgte der Abzug darauf, dass der Iran im Zuge des laufenden Krieges zuletzt auch Ziele im Irak unter Beschuss nahm. Das Land grenzt direkt an den Iran und beherbergt mehrere westliche Militärstützpunkte – damit war die Lage für das dort stationierte Nato-Personal nicht mehr vertretbar. Wie die Analyseseite Dupree Report festhält, wurden NATO-Stützpunkte im Irak, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten als direkte Folge der US-israelischen Offensive vom 28. Februar von irannahen Kräften beschossen.

Bundeswehr fliegt unter riskanten Bedingungen aus

Wie Euronews unter Berufung auf das deutsche Verteidigungsministerium berichtet, landeten die deutschen Bundeswehrsoldaten am Abend des 19. März wohlbehalten in Wunstorf – nach einem Zwischenstopp in Jordanien. Die Bundeswehr habe den Abzug mit Transportflugzeugen vom Typ A400M maßgeblich unterstützt. Wie t-online festhält, erklärte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, er sei erleichtert über die sichere Rückkehr und hob den reibungslosen Ablauf hervor: Man habe Personal und Material unter sehr riskanten Bedingungen aus Bagdad ausgeflogen.

Mission pausiert – IS-Bedrohung bleibt

Wie swissinfo.ch festhält, war der seit 2018 laufende NATO-Einsatz im Irak darauf ausgelegt, ein Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat zu verhindern – unter anderem durch die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte. Wie der Dupree Report analysiert, ist die IS-Bedrohung, der die Mission entgegenwirken sollte, nicht verschwunden. Einen Zeitplan für eine Rückkehr in die Region hat die NATO bislang nicht bekannt gegeben.


Quellen:

  • Reuters, 20. März 2026
  • Weltwoche (weltwoche.de), 21. März 2026
  • swissinfo.ch / SDA-Keystone, 20. März 2026
  • Euronews (euronews.com), 20. März 2026
  • t-online.de, 20. März 2026
  • The Dupree Report (thedupreereport.com), 20. März 2026

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x