Ausnahmsweise im Anzug, aber dafür ein Blick, der seine Unterstützer beunruhigen könnte: Wolodymyr Selenskyj (47) starrt beim Gruppenfoto der Nato-Staatschefs in Den Haag düster ins Leere, während rund um ihn gelächelt wird. Der ukrainische Präsident stand auch nicht in der ersten Reihe, sondern direkt neben Ursula von der Leyen.
Das traditionelle Gruppenfoto zu Beginn des großen Nato-Gipfels in Den Haag zeigt nicht nur, dass der ukrainische Präsident offenbar massiv seelisch belastet sein könnte, sondern auch einige No-Gos der Staatschefs vor und neben ihn: Königin Maxima der Niederlande überraschte bei dem Abendtermin in einem knallgelben Outfit mit interessanten Fledermausärmeln, US-Präsident Donald Trump hatte die Hosen reaktiviert, die er schon in den frühen 80ern im Koffer hatte, und der albanische Ministerpräsident kam als einziger im weißen Anzug.
Doch es ging schon beim Dinner um wesentlich wichtigere Themen: Kurz vor dem Gipfeltreffen hat sich die Nato auf ein neues Ausgabenziel geeinigt: Die Mitgliedsstaaten sollen spätestens ab 2035 mindestens fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben. Bisher lag das Ziel bei zwei Prozent. Spanien will sich der Einigung nicht anschließen, für das Land soll es eine Ausnahme geben. Auch aus anderen Ländern gibt es Kritik an dem Vorhaben.
Trump wird mit Selenskyj sprechen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vertritt Deutschland in der Runde. Er will beim Treffen zeigen, dass Deutschland bereit ist, mehr Verantwortung im Bündnis zu übernehmen. „Deutschland ist wieder zurück auf der europäischen und der internationalen Bühne“, sagte er.
Ebenfalls auf US-Wunsch hin wurde Selenskij nur zu einem Festessen im Schloss des niederländischen Königs Willem-Alexander und eben nicht zu einer gemeinsamen Arbeitssitzung zum Gipfel eingeladen. In welcher Form Trump und Selenskyj zu einem Gespräch zusammenkommen wollten, war offen. „Ja, wahrscheinlich werde ich ihn sehen“, sagte der US-Präsident. Das Gespräch soll heute, Mittwoch, stattfinden.

Credits: APA
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