Die Gefahr aus dem All ist real – und größer als gedacht. NASA-Expertin Kelly Fast schlägt Alarm: Tausende Asteroiden mit dem Potenzial, ganze Städte auszulöschen, sind noch völlig unentdeckt. Und die Erde hätte derzeit keine Abwehrmöglichkeit.
„Was mich nachts wach hält“
Bei der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science in Phoenix richtete Kelly Fast, Leiterin der NASA-Planetenverteidigung, eine eindringliche Warnung an die Öffentlichkeit. „Was mich nachts wach hält, sind die Asteroiden, von denen wir nichts wissen“, so Fast laut The Sun.
Wie mehrere internationale Medien berichten, existieren laut NASA-Modellrechnungen rund 25.000 erdnahe Objekte mit einem Durchmesser ab etwa 140 Metern. Das Problem: Bisher sind erst rund 40 Prozent dieser potenziellen Gefahren katalogisiert. Das bedeutet, dass etwa 15.000 dieser „City-Killer“ völlig unentdeckt durchs Sonnensystem rasen.
Mittlere Größe – maximale Gefahr
Fast erklärte gegenüber der Konferenz, dass besonders die mittelgroßen Asteroiden Sorge bereiten: „Die kleinen Brocken treffen uns ständig, darüber machen wir uns keine großen Sorgen. Und bei den großen wie in Filmen wissen wir, wo sie sind. Es sind die dazwischen – ab etwa 140 Meter Durchmesser – die wirklich regionalen statt globalen Schaden anrichten könnten. Und wir wissen nicht, wo sie sind.“
Die Suche gestaltet sich schwierig: Viele Objekte reflektieren kaum Sonnenlicht oder nähern sich aus Richtung der Sonne, was optische Teleskope quasi blind macht. Wie Orbital Today berichtet, wurde beispielsweise der Asteroid 2024 YR4 erst eine Woche nachdem er an der Erde vorbeigeflogen war, entdeckt.
Kein Abwehrsystem einsatzbereit
Besonders alarmierend: Selbst wenn morgen ein gefährlicher Asteroid entdeckt würde, hätte die Erde keine sofortige Abwehrmöglichkeit. Nancy Chabot, Planetenwissenschaftlerin an der Johns Hopkins University und Leiterin der erfolgreichen DART-Mission von 2022, brachte es auf den Punkt: „Wir machen uns Sorgen über diese City-Killer-Asteroiden. DART war eine großartige Demonstration, aber wir haben so ein Raumfahrzeug nicht einfach bereitstehen.“
Die DART-Mission hatte 2022 erfolgreich bewiesen, dass man durch gezielten Aufprall eines Raumfahrzeugs die Flugbahn eines Asteroiden verändern kann. Doch wie GBNews berichtet, warnte Chabot: „Wir könnten vorbereitet sein auf diese Bedrohung. Aber ich sehe nicht, dass diese Investition getätigt wird.“
Neue Hoffnung ab 2027
Um die Lücke zu schließen, setzt die NASA auf das neue Weltraumteleskop NEO Surveyor, das 2027 starten soll. Anders als bisherige optische Teleskope wird es im Infrarotbereich arbeiten und so auch extrem dunkle Objekte aufspüren können. Laut Science.org soll das Teleskop innerhalb eines Jahrzehnts mindestens 90 Prozent aller gefährlichen Asteroiden ab 140 Meter Durchmesser finden.
Das Prinzip dahinter: Alle Asteroiden strahlen Wärme ab – egal ob ihre Oberfläche hell oder dunkel ist. „Man braucht einen Sensor im Weltraum“, erklärt Fast. Im Infrarotbereich erscheinen selbst dunkle Asteroiden wie Lagerfeuer in der Nacht.
Entwarnung für 2024 YR4
Wie tückisch die Berechnungen sein können, zeigte kürzlich der Fall des Asteroiden 2024 YR4. Während erste Daten noch eine Einschlagsgefahr für 2032 vermuten ließen, gaben NASA und europäische Forscher nach weiteren Messungen Entwarnung für die Erde. Lediglich für den Mond besteht laut Times in den 2030er Jahren noch eine geringe Restchance von rund vier Prozent für einen Einschlag.
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