Nächster Krach im ORF: Westenthaler fordert sofortigen Rauswurf von Lederer

Nächster Krach im ORF: Westenthaler fordert sofortigen Rauswurf von Lederer

Der Österreichische Rundfunk kommt einfach nicht zur Ruhe. Nur wenige Tage nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann fliegen hinter den Kulissen schon wieder die Fetzen. Jetzt gerät der Vorsitzende des Stiftungsrats, Heinz Lederer, massiv unter Beschuss. Der FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler bläst zur Frontalattacke und fordert den Rücktritt des Gremiumschefs. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Geheime PR-Deals: Kassiert Lederer doppelt ab?

Im Zentrum des Konflikts stehen Lederers lukrative Nebenjobs als PR-Berater. Westenthaler listet gleich vier heikle Beratungsgeschäfte auf, die sich mit den Interessen des Senders kreuzen könnten. So soll Lederer unter anderem für einen Anwalt aus dem Umfeld von René Benko gearbeitet haben, als dieser massiv in der ORF-Kritik stand. Auch der Österreichische Skiverband (ÖSV) zählte zu seinen Kunden – ausgerechnet zu einer Zeit, als der Verband mit dem ORF über Millionenbeträge für TV-Rechte verhandelte. Hinzu kommen angebliche Tätigkeiten für den Bauunternehmer Rhomberg rund um den Verkauf des Funkhauses sowie für die Produktionsfirma Interspot, die zahlreiche Formate für den ORF herstellt.

Lederer wehrt sich vehement gegen diese Anschuldigungen. Er betont, dass alle seine beruflichen Tätigkeiten geprüft wurden und in keinem Widerspruch zu seiner Kontrollfunktion stehen. Westenthaler lässt diese Ausrede jedoch nicht gelten. Er bezweifelt offen, dass Lederer diese Mandate jemals offiziell im Stiftungsrat gemeldet hat.

Alleingang und heimliches Spiel hinter den Kulissen

Doch die fragwürdigen Beraterverträge sind nur die Spitze des Eisbergs. Westenthaler zeigt sich fassungslos über die Art und Weise, wie die jüngste Führungskrise im Sender gehandhabt wurde. Wie Heute berichtet, wirft er dem roten Stiftungsratsvorsitzenden einen beispiellosen Alleingang vor. Weder beim raschen Abgang von Weißmann noch bei der eiligen Einsetzung von Ingrid Thurnher als Übergangschefin sei das Kontrollgremium ordnungsgemäß eingebunden worden.

Noch brisanter wird es beim Umgang mit den ursprünglichen Vorwürfen. Wie die Kleine Zeitung berichtet, beschuldigt Westenthaler seinen Kollegen eines pflichtwidrigen Verhaltens. Lederer habe die Belästigungsvorwürfe gegen Weißmann tagelang für sich behalten, anstatt den Stiftungsrat sofort zu informieren.

Krisensitzung gefordert: Muss Lederer den Hut nehmen?

Für Westenthaler ist das Maß voll. Er verlangt, dass Lederer alle seine Beraterverträge lückenlos auf den Tisch legt und seine Funktion als oberster ORF-Kontrollor sofort niederlegt. Um den Druck weiter zu erhöhen, fordert Westenthaler nun vehement Konsequenzen. Wie der Kurier berichtet, drängt der FPÖ-Politiker auf die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung des Stiftungsrats. Ob Lederer diesen Sturm unbeschadet übersteht, bleibt abzuwarten – der nächste große Machtkampf auf dem Küniglberg ist jedenfalls voll entbrannt.

Quellen: oe24, Heute, Kleine Zeitung, Kurier
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x