Sieben Jahre lang war “ZackZack” eines der streitbarsten Onlinemedien des Landes. Jetzt ist Schluss: Die Betreiberfirma hat Konkurs angemeldet. Peter Pilz spricht von einer Einschüchterungsklage. Und kaum ist das Aus bekannt, legt PR-Unternehmer Wolfgang Rosam nach – mit Vorwürfen zur Finanzierung des Mediums, für die er sich auf einen verstorbenen Bekannten beruft.
4,3 Millionen Euro im Raum
Die Zack Media GmbH hat am Freitag beim Handelsgericht Wien einen Konkursantrag eingebracht, wie zuerst der “Standard” berichtete. Auslöser ist eine Klage mehrerer Polizeibediensteter, darunter Bundespolizeidirektor Michael Takacs, gegen Veröffentlichungen zur Causa Pilnacek. Darin werden Pilz in mehreren Artikeln üble Nachrede vorgeworfen, insgesamt stehen bis zu 4,3 Millionen Euro im Raum. Laut Pilz entspricht das 17 Jahresumsätzen des Unternehmens. Weil das Unternehmen für ein mögliches Unterliegen keine Rückstellung in dieser Höhe bilden konnte, sei es bilanzrechtlich zum Konkursantrag verpflichtet gewesen, berichtet oe24. Bereits im Dezember 2025 hatte das Wiener Straflandesgericht in einem Verfahren zugunsten von vier Polizeibediensteten entschieden, rund 57.000 Euro an Entschädigung zugesprochen und Pilz’ Buch zur Causa Pilnacek eingezogen. Die Berufung ist noch offen.
Pilz: “SLAPP-Klage”
Pilz selbst sieht in der Klage einen Versuch, ein kritisches Medium “mundtot” zu klagen. ZackZack sei “wirtschaftlich gesund”, habe jede Rechnung bezahlt und ohne Presseförderung und Regierungsinserate gearbeitet, schreibt er auf der Plattform. Er spricht von einer sogenannten SLAPP-Klage, einer Klage, die vor allem einschüchtern und finanziell erdrücken soll. Die Anwälte der Kläger halten laut exxpress dagegen. Pilz will künftig als Blogger weitermachen.
Rosam: “Das sollte sich die WKStA anschauen”
Am Samstag meldete sich dann Rosam auf der Plattform X zu Wort. “Peter Pilz ist also pleite mit Zack Zack. Was er mit den 1,2 Millionen Euro Steuergeld gemacht hat, die er seinerzeit von der Ausbildungsakademie seiner verblichenen Partei auf das Konto von ZackZack transferierte, bleibt ungeklärt. Das sollte sich die WKStA vielleicht noch genauer anschauen”, schrieb er laut oe24. In einem zweiten Posting nannte er als Quelle den früheren Pilz-Weggefährten und Rechtsanwalt Alfred Noll, der laut Rosam verstorben ist. Noll habe ihm “sehr glaubwürdig” erklärt, welche “Linke” Pilz mit dem Geld konstruiert habe. Belege nannte Rosam nicht. Noll selbst kann sich dazu nicht mehr äußern. Ein Ermittlungsverfahren in dieser Sache ist nicht bekannt. Für Pilz gilt die Unschuldsvermutung, eine Stellungnahme von ihm zu Rosams Vorwürfen lag zunächst nicht vor.
Was über die Gründung bekannt ist
Unbestritten ist, wie ZackZack entstand. Pilz gründete das Medium im Juni 2019, kurz nach dem Ibiza-Video, der Name geht auf ein Zitat von Heinz-Christian Strache zurück. Finanziert wurde der Start mit Mitteln, die der Liste JETZT zustanden, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Nach dem Ausscheiden der Partei aus dem Nationalrat blieben laut oe24 rund 1,4 Millionen Euro aus der Akademieförderung übrig, ein Teil davon floss in ZackZack. Laut Rechnungshof verkaufte der Bildungsverein Offene Gesellschaft den Online-Betrieb Ende 2020 um einen symbolischen Euro an die Zack Media GmbH, berichtet exxpress. Später gab es zeitweise Unterstützung durch die Stadt Wien, zunehmend war das Medium auf Spenden angewiesen. Ob die Verwendung der Akademiemittel rechtlich zu beanstanden war, ist damit nicht gesagt – dazu liegt keine gerichtliche oder behördliche Feststellung vor.
Credits: Jean-Frédéric – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77365160
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