Nach Schulmassaker und Staatstrauer: Pride Parade findet am Samstag trotz allem statt

Nach Schulmassaker und Staatstrauer: Pride Parade findet am Samstag trotz allem statt

Bis Donnerstagabend Staatstrauer, dann nur einen Tag später Vollgas von Schwulen, Lesben, Transen und Party-Gästen auf der Wiener Ringstraße – nicht wenige Österreicher werden darüber wohl den Kopf schütteln: Die Veranstalter der Pride Parade wollen ihre Show nicht absagen. Am Freitag wird das Programm der Eröffnung des Pride Village am Rathausplatz abgemildert.

Die Fahnen auf den Regierungsgebäuden auf Halbmast, die Koalition eilt von einem Trauergottesdienst zum anderen, Kanzler und Minister posten auf X und Facebook die Fotos von ihrer Anteilnahme und von ihrer Trauer-Mimik. Doch mit dem Ende der Staatstrauer am Donnerstagabend wird schon wieder auf Party-Laune umgeschaltet: Die zehn Todesopfer im BORG Dreierschützengasse sind noch gar nicht bestattet, da lässt die Stadt Wien die große Party der Homosexuellen, Transen und mit allen, die dieses schrille Event auch mitfeiern wollen, auf dem Ring und auf dem Rathausplatz in Wien steigen – die Wiener Linien müssen nur noch schnell wieder die schwarzen gegen die bunten Fähnchen der LGBTQ-Community an den Straßenbahnen austauschen.

Eine Absage des ohnehin jedes Jahr sehr ähnlichen Events wurde bisher nicht kommuniziert – offenbar geht es auch um Geld und dabei vermutlich um eine Summe, die mehr wiegt als echtes Mitgefühl für die jungen Todesopfer von Graz.

Aber bei der Eröffnung des Schwulen-Festivals soll zumindest etwas Pietät gezeigt werden: Es werden am Freitagabend keine harten Getränke im Pride Village ausgeschenkt, sondern nur Bier und Wein. Und in String-Tanga und Transen-Kostüm soll laut Veranstalter auch ab 21 Uhr mit einem Kerzenmeer an die Toten in Graz gedacht werden.

Auf der offiziellen Website ist dazu veröffentlicht: „Das Pride Village war und ist ein Ort des Miteinanders, der Sichtbarkeit, der Solidarität und des Austauschs. Gerade in Zeiten wie diesen möchten wir diesen Raum nutzen, um gemeinsam innezuhalten, zu gedenken – und uns gegenseitig Halt zu geben.“

Ab 19 Uhr soll es auch Gedenkreden geben. Hoffentlich von Rednern in einem dazu korrekten Outfit.

Credit: APA

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