Gute Nachrichten zum Jahresende für die Forschung: Das Vertrauen der Österreicher in die Wissenschaft hat sich nach den turbulenten Pandemiejahren nicht nur erholt, sondern erreicht einen neuen Höchststand. Wie das aktuelle Wissenschaftsbarometer 2025 der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zeigt, haben beeindruckende 74 Prozent der Bevölkerung ein „starkes“ oder „sehr starkes“ Vertrauen in die Wissenschaft. Das ist ein leichter, aber stetiger Anstieg seit Beginn der Messungen im Jahr 2022.
Aufwärtstrend nach der Pandemie-Skepsis
Die Corona-Jahre hatten das Vertrauen in die Forschung spürbar erschüttert. Umso erfreulicher sind die neuen Zahlen, die Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) laut dem Kurier als „frohe Botschaft“ bezeichnete. Auch ÖAW-Präsident Heinz Faßmann sieht einen „klaren Trend ohne größere Ausreißer“ und betonte, das Vertrauen sei nach der langen Pandemiezeit wieder zurückgekehrt. Mit den aktuellen Werten steht Österreich im internationalen Vergleich glänzend da. Wie die Krone berichtet, haben in Deutschland nur 54 Prozent ein vergleichbar hohes Vertrauen, in der Schweiz sind es 60 Prozent. Faßmann zufolge scheint es, dass die Österreicher vor allem in die heimische Forschung großes Vertrauen setzen.
Wo das Vertrauen am größten ist – und wo die Skepsis lauert
Nicht alle Wissenschaftsbereiche genießen das gleiche Ansehen. Am besten schneiden die Technischen Wissenschaften (83 Prozent) ab, dicht gefolgt von Mathematik (81 Prozent). Deutlich skeptischer sehen die Österreicher hingegen Bereiche, die stark die politische Debatte prägen. Schlusslichter im Vertrauensranking sind die „Ökologie- und Klimaforschung“ mit nur 60 Prozent und die „Informatik und KI“ mit gerade einmal 54 Prozent Zustimmung. ÖAW-Präsident Faßmann vermutet, dass bei Künstlicher Intelligenz (KI) eine „Angst in dem Ungewissen“ eine Rolle spielt, wie oe24.at zitiert.
Freiheit der Wissenschaft als hohes Gut
Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist der breite Wunsch nach Forschungsfreiheit. Stolze 83 Prozent halten diese für wesentlich. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, sind 77 Prozent dafür, dass auch zu umstrittenen Themen wie Klimawandel, Migration oder Genderfragen geforscht werden darf. Gleichzeitig glaubt nur gut die Hälfte der Befragten (55 Prozent), dass Forscher diese Freiheit in Österreich auch tatsächlich haben. Als größte Hürden werden fehlende Gelder und politischer Druck vermutet.
Klare Forderung an die Politik
Die Ergebnisse senden auch ein deutliches Signal in Richtung Regierung. Während das Vertrauen in die Wissenschaft steigt, misstrauen laut der Krone-Zeitung 61 Prozent der Regierung. Passend dazu wünschen sich immer mehr Menschen, dass politische Entscheidungen stärker auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Ministerin Holzleitner versprach Besserung und betonte, man wolle künftig mehr auf die Wissenschaft hören. Auch Initiativen, Forscher aus den USA nach Österreich zu holen, finden mit 64 Prozent breite Zustimmung in der Bevölkerung, wie News.at meldet.
Quellen: oe24.at, krone.at, kurier.at, sn.at, news.at
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