Zum 30. Geburtstag setzt die Muslimische Jugend Österreich ein ungewöhnliches Signal: Die größte muslimische Jugendorganisation des Landes tritt mit einer bundesweiten Bildungsoffensive gegen den politischen Islam an – und holt sich dafür Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka als Unterstützer.
Selbsternannte TikTok-Prediger im Visier
In einer OTS-Aussendung beschreibt die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) die Ausgangslage offen: „Extremistische Akteure sprechen Jugendliche gezielt über Social Media und verstärkt durch Algorithmen an. Sie geben einfache theologische Antworten auf komplexe Fragen: demokratiefeindlich, frauenverachtend und mit absolutem Wahrheitsanspruch.“ Mit ihrer Bildungsoffensive unter dem Titel „Gemeinsam gegen den politischen Islam“ wolle man diesen Entwicklungen „entschieden entgegentreten“, heißt es weiter.
Im Mittelpunkt der Initiative stehen laut MJÖ-Aussendung die Qualifizierung ehrenamtlicher Jugendleiter und Multiplikatoren sowie die Veröffentlichung wissenschaftlich fundierter Publikationen. Konkret soll das auch die „Erwiderung theologischer Auslegungen des politischen Islams“ umfassen – damit junge Muslime in der Lage seien, TikTok-Predigern in sozialen Medien „argumentativ die Stirn zu bieten“, wie oe24 unter Berufung auf die Aussendung berichtet.
Sobotka als prominenter Unterstützer
Ungewöhnlich ist die Wahl des Unterstützers: Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) steht der Initiative zur Seite. Der ehemalige Innenminister hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend gegen Antisemitismus engagiert und den politischen Islam als einen der treibenden Faktoren benannt, wie oe24 festhält. Die Pressekonferenz zur Präsentation des Projekts findet laut MJÖ-Aussendung am kommenden Montag, dem 29. Juni, statt – anlässlich des 30. Geburtstags der Organisation.
Was die MJÖ ist
Die MJÖ beschreibt sich auf ihrer Website als überparteiliche, unabhängige Organisation, die eine „österreichisch-islamische Identität“ fördern will. „MuslimIn sein und ÖsterreicherIn sein ist kein Widerspruch“, heißt es dort. Die Organisation habe sich 1996 gegründet, weil es noch keine Infrastruktur für deutschsprachige muslimische Jugendliche in Österreich gab.
Credits: BKA
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