Ein neues Buch zweier New York Times-Journalisten bringt brisante Details aus dem Innenleben der Trump-Regierung ans Licht – und enthüllt, wie US-Finanzminister Scott Bessent den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj intern in Grund und Boden beschimpft haben soll.
Drei Beleidigungen vor dem Oval-Office-Treffen
Wie oe24 unter Berufung auf den britischen Guardian berichtet, enthält das Buch „Regime Change“ der New York Times-Journalisten Maggie Haberman und Jonathan Swan eine brisante Passage über die Vorgeschichte des berüchtigten Oval-Office-Eklats vom 28. Februar 2025. Demnach habe Bessent Trump intern davon abgeraten, Selenskyj überhaupt im Weißen Haus zu empfangen – und ihn dabei mit drei despektierlichen Formulierungen bedacht. Laut Tagesspiegel und Newsweek zitiert der Guardian aus dem Buch: „Ich habe mit diesem kleinen Scheißer zu tun gehabt. Er ist ein schwieriger Fall. Für die Europäer ist er das Kind mit besonderen Bedürfnissen. Und er benimmt sich wie Mr. Bean auf Crack.“
Bessents Bedingung war laut oe24 klar: Selenskyj solle erst dann ins Weiße Haus kommen dürfen, wenn er ein umstrittenes Rohstoffabkommen ohne Sicherheitsgarantien unterschreibe.
Das Chaos-Treffen in Kiew als Vorgeschichte
Bereits ein früheres Treffen der beiden in Kiew war laut Haberman und Swan komplett entgleist, wie Tagesspiegel und Newsweek berichten. In einem 45-minütigen Gespräch sollen sich beide Männer gegenseitig mit Vorwürfen überhäuft haben, bevor Bessent schließlich fragte: „Was zur Hölle willst du machen?“ Die Verhandlungen stockten daraufhin. Trump hatte damals öffentlich erklärt, Bessent sei in Kiew „ziemlich unhöflich behandelt“ worden – und Bessent selbst sprach von einem „sehr hitzigen“ Gespräch.
Der Eklat im Oval Office
Selenskyj kam dennoch ins Weiße Haus. Bessent war laut dem Buch im Raum, als Vizepräsident JD Vance den Gast verbal zur Brust nahm. „Anwesende sahen, wie Vance langsam rot anlief“, schreiben Haberman und Swan laut Tagesspiegel, als Selenskyjs Beharren auf Sicherheitsgarantien „für Vance zunehmend nach Unverschämtheit und Undankbarkeit klang.“ Anschließend wurde Selenskyj de facto aus dem Weißen Haus geworfen. Erst Ende April 2025 wurde das Rohstoffabkommen schließlich unterzeichnet.
Bessent kommentierte den Eklat danach im Bloomberg-Interview als „eines der größten diplomatischen Eigentore in der Geschichte“, wie oe24 berichtet. Auch Usha Vance, die Ehefrau des Vizepräsidenten, hatte laut dem Buch die ukrainischen Änderungswünsche am Vertragsentwurf als „schrecklich“ bezeichnet und ihn umfangreich überarbeitet.
Das Buch und seine Autoren
„Regime Change“ erscheint offiziell am 23. Juni 2026 beim Verlag Simon & Schuster, wie Newsweek berichtet. Maggie Haberman und Jonathan Swan stützen es laut Verlagsangaben auf „hunderte Interviews und beispiellose Recherchen aus den bestbewachten Räumen der Regierung“. Haberman ist für ihre langjährige Trump-Berichterstattung bekannt und hatte in der Vergangenheit bereits über Dokumente berichtet, die im Weißen Haus weggespült wurden.
Credits: BKA Christopher Dunker
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