Montenegro auf dem Weg in die EU: Plakolm macht Hoffnung auf 2028!

Montenegro auf dem Weg in die EU: Plakolm macht Hoffnung auf 2028!

Podgorica/Wien – Es ist ein ambitioniertes Ziel, das Europaministerin Claudia Plakolm (ÖVP) bei ihrem Besuch in Montenegro verkündete: Der kleine Adriastaat könnte bereits 2028 der Europäischen Union beitreten! „Es ist wohl verdient, sich dieses Ziel zu setzen, und ich werde Sie unterstützen, es zu erreichen“, erklärte Plakolm am Dienstag in Podgorica. Die Ministerin sprach dabei vor Schülerinnen und Schülern und zeigte sich optimistisch, dass Montenegro bald Teil der europäischen Familie sein könnte.

Ein emotionaler Besuch mit klarer Botschaft

Plakolm, die sich derzeit auf einer Reise durch die Westbalkan-Staaten befindet, machte in Montenegro nicht nur politische Statements, sondern setzte auch emotionale Akzente. Am zweiten Jahrestag des Hamas-Massakers in Israel besuchte sie die Synagoge in Podgorica, wo ein Gebet für Frieden und die Freilassung von Geiseln gesprochen wurde. „Solche Momente zeigen, wie wichtig Zusammenhalt und Dialog sind“, betonte die Ministerin.

Doch auch der Austausch mit der Jugend lag ihr am Herzen. In einem Gespräch mit rund 20 Jugendlichen, mehrheitlich Mädchen, rief sie dazu auf, die EU-Ambitionen ihres Landes aktiv zu unterstützen. „Jeder von euch ist ein Botschafter für die europäische Idee“, appellierte Plakolm. Ihre Amtskollegin Majda Gorčević lobte die Ministerin für ihren direkten Draht zur Jugend: „Sie hätte Vertreter von NGOs oder der Opposition treffen können, aber sie wollte mit Jugendlichen sprechen.“

Fortschritte und Hürden auf dem Weg zur EU

Montenegro gilt als Vorreiter unter den Westbalkan-Staaten, wenn es um die EU-Erweiterung geht. Doch der Weg ist steinig: Von 33 Verhandlungskapiteln wurden bisher nur sieben abgeschlossen. Bis Ende des Jahres sollen fünf weitere folgen, erklärte Gorčević. Ziel sei es, bis 2027 alle Kapitel abzuschließen, damit der Beitrittsvertrag rechtzeitig ratifiziert werden kann.

Ein Stolperstein bleibt jedoch: bilaterale Streitfragen mit Kroatien. Diese führten zuletzt sogar zum Stopp eines wichtigen Verhandlungskapitels. Gorčević zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Wir wollen die offenen Fragen vor dem EU-Beitritt lösen, um zu zeigen, dass wir ein verlässlicher Partner sind.“

Österreich als starker Fürsprecher

Österreich spielt eine Schlüsselrolle in den Beitrittsverhandlungen der Westbalkan-Staaten. Plakolm betonte, dass Wien den Dialog zwischen den Ländern unterstütze und sich für eine Reform des Einstimmigkeitsprinzips in der EU einsetze. „Technische Fragen sollten künftig mit qualifizierter Mehrheit entschieden werden“, forderte sie.

Auch in Österreich selbst gibt es Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Bevölkerung steht einer EU-Erweiterung skeptisch gegenüber. Plakolm sieht den Grund dafür in der Selbstverständlichkeit, mit der viele die Vorteile der EU wahrnehmen. „Dass es keine Roaming-Gebühren gibt, ist nicht selbstverständlich“, erklärte sie den Jugendlichen in Podgorica.

Ein Hoffnungsschimmer für die Region

Neben Montenegro gilt auch Albanien als aussichtsreicher Kandidat für einen EU-Beitritt vor 2030. Plakolm, die am Dienstagabend nach Albanien weiterreiste, unterstrich die Bedeutung einer raschen Integration der Westbalkan-Staaten. „Die EU ist nicht komplett ohne den Westbalkan“, so die Ministerin.

Mit ihrer Reise setzt Plakolm ein starkes Zeichen für die europäische Idee – und gibt Montenegro Hoffnung auf eine Zukunft in der EU. Ob das ambitionierte Ziel 2028 tatsächlich erreicht wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Weichen sind gestellt.

Credits: APA

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