Wochenlang hatte die Gerüchteküche um ein mögliches politisches Comeback von Sebastian Kurz gebrodelt. Jetzt hat sich der frühere Bundeskanzler selbst zu Wort gemeldet – und erteilt Rückkehrplänen eine klare Absage.
Ein Dementi in eigenen Worten
„Meine Zeit in der Politik habe ich sehr genossen, aber ich möchte nicht mehr in die Politik einsteigen“, erklärte Kurz am Donnerstagabend auf Facebook. Wie der ORF berichtet, betonte der Ex-ÖVP-Chef dabei, seine politische Heimat sei nach wie vor die Volkspartei – ein Satz, der angesichts der jüngsten Spekulationen um eine mögliche neue, parteiübergreifende Plattform als bewusste Positionierung zu lesen ist. „Nachdem es in den letzten Tagen immer wieder Spekulationen in den Medien gab, ob ich in die Politik zurückkehre, möchte ich das wiederholen, was ich ohnehin schon oft gesagt habe und was im Gegensatz zu den Spekulationen auch die Realität ist“, so Kurz.
Kontakte ja, Planungen nein
Zur Erklärung seiner andauernden Präsenz im politischen Umfeld führte Kurz weiter aus: „Ich war zehn Jahre Spitzenpolitiker, bleibe ein politischer Mensch und habe daher auch immer wieder Kontakt zu ehemaligen Weggefährten, vor allem in der Volkspartei, aber auch außerhalb.“ Damit reagierte er erkennbar auf zuletzt kursierende Berichte über ein Treffen mit FPÖ-Chef Herbert Kickl, das die Gerüchte in den vergangenen Wochen zusätzlich befeuert hatte.
Der Auslöser: Spekulationen um Dornauer
Konkreten Zündstoff hatten zuletzt Berichte der Tiroler Tageszeitung geliefert, wonach Kurz gemeinsam mit dem früheren Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer an einem neuen Wahlbündnis arbeiten könnte – mit Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz als möglichem Unterstützer im Hintergrund. Dornauer selbst hatte die Gerüchte mit der Aussage befeuert, man sei „im Austausch“ und führe „natürlich politische Gespräche“. Aus dem Büro von Kurz war bereits Tage zuvor eine Zurückweisung gekommen: Die Spekulationen seien „absoluter Blödsinn“, Kurz sei „weder Teil noch Unterstützer irgendwelcher Politpläne von Georg Dornauer“. Mit seiner nun folgenden persönlichen Stellungnahme wollte der Altkanzler offenbar endgültig Klarheit schaffen.
Kurz derzeit in den USA
Wie Heute.at berichtet, hält sich der 39-Jährige nach eigenen Angaben derzeit in den Vereinigten Staaten auf und will dort noch einige Zeit bleiben, bevor er sich auf einen Familienurlaub freut. Nach dem Sommer wolle er sich wieder verstärkt seiner unternehmerischen Tätigkeit bei „Dream“ widmen, jenem von ihm mitgegründeten Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz und Cybersicherheit.
Ein wiederkehrendes Muster seit 2021
Seit seinem Rückzug aus der österreichischen Innenpolitik im Jahr 2021 wird immer wieder über eine mögliche Rückkehr von Kurz spekuliert – bislang stets ohne konkrete Folgen. Auch diesmal bleibt abzuwarten, ob das jüngste Dementi die Gerüchteküche tatsächlich zur Ruhe bringt oder ob sie angesichts der wiederkehrenden politischen Kontakte des Altkanzlers erneut hochkocht.
Credits: Dragan Tatic, BKA
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