Popstar mit politischer Botschaft: Dua Lipa unterstützt Proteste in Tirana

Popstar mit politischer Botschaft: Dua Lipa unterstützt Proteste in Tirana

Ein 1,4-Milliarden-Euro-Luxusresort, geplant von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner – und mittendrin plötzlich eine Weltstar-Stimme: Dua Lipa hat sich öffentlich hinter die seit Wochen anhaltenden Proteste in Albanien gestellt.

Eine prominente Wortmeldung

Die britische Sängerin, deren Eltern aus dem Kosovo und aus Albanien stammen, äußerte sich im Podcast „Service95 Book Club“ kritisch zu dem umstrittenen Bauprojekt. Sie finde es bedenklich, wenn eine Regierung einfach ein Gesetz ändern könne, um Umweltschutzauflagen zu umgehen, sagte die 30-Jährige laut ORF.

Worum es bei dem Projekt geht

Im Zentrum der Kontroverse steht ein geplanter Luxuskomplex an der albanischen Adriaküste sowie auf der unbewohnten Insel Sazan, einer einst geheimen sowjetischen Militärbasis. Wie CBS News berichtet, sehen frühe Planungsunterlagen für das Projekt 800 Gästezimmer und Suiten, Luxusvillen, einen Golfplatz, ein Casino, einen Wasserpark sowie Stadthäuser und Apartments vor. Möglich gemacht wurde das Vorhaben durch ein albanisches Gesetz aus dem Jahr 2024, das den Bau von Fünf-Sterne-Hotels landesweit erlaubt – auch in eigentlich geschützten Naturgebieten. Die albanische Regierung erteilte dem Projekt bereits Ende Dezember über ihr Komitee für strategische Investitionen unter Vorsitz von Ministerpräsident Edi Rama den Status eines strategischen Investments, verbunden mit einer geplanten Investitionssumme von 1,4 Milliarden Euro und rund 1.000 angekündigten Arbeitsplätzen.

Betroffene Naturräume von internationaler Bedeutung

Besonders sensibel ist die ökologische Lage der betroffenen Gebiete. Die Lagune Vjosa-Narta an der südlichen Adriaküste zählt zu den bedeutendsten Rastgebieten für Zugvögel und Flamingos in der Region. Mehr als 40 europäische Umweltorganisationen hatten laut Euronews bereits im Jänner in einem gemeinsamen Appell die Aussetzung des Projekts gefordert.

Von Empörung im Netz zu Massenprotesten auf der Straße

Die Proteste gegen das Vorhaben entzündeten sich laut ORF endgültig, als Ende Mai Stacheldraht und Bulldozer an den Stränden von Zvernec auftauchten. Seither gehen tausende Menschen in der Hauptstadt Tirana regelmäßig abends auf die Straße. Wie Al Jazeera berichtet, skandierten Demonstranten dabei Parolen wie „Albanien ist nicht zu verkaufen“ und trugen aufblasbare Flamingos sowie Schilder mit der Aufschrift „Ich will kein Albanien wie Dubai“. Bei Kundgebungen in Tirana kam es dabei auch zu Zusammenstößen mit der Polizei, die mit Wasserwerfern reagierte.

Der Ministerpräsident selbst gerät ins Visier

Mittlerweile richtet sich der Unmut der Demonstrierenden zunehmend direkt gegen Ministerpräsident Rama, der das Projekt wiederholt öffentlich verteidigt hat. Auf Facebook bezeichnete er es als Chance, die „attraktivste Destination dieser Seite des Mittelmeers“ zu schaffen. Vor seinem Amtssitz versammelten sich Demonstranten zuletzt mit dem Ruf „Revolution“ und forderten seinen Rücktritt.

Ermittlungen wegen möglicher Korruption

Der Streit um das Bauprojekt hat inzwischen auch die albanische Justiz erreicht. Die albanische Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (SPAK) eröffnete laut Al Jazeera ein Ermittlungsverfahren zur Herkunft der Gelder, mit denen die Grundstücke erworben wurden, sowie zu den Umständen der Änderung des Schutzstatus des Vjosa-Narta-Gebiets. Recherchen von CBS News zeigen zudem, dass die für das Bauprojekt zuständige Firma über eine komplexe Struktur von fünf verschiedenen, in Amsterdam registrierten Briefkastenfirmen kontrolliert wird – ein Umstand, der laut albanischen Aktivisten die mangelnde Transparenz rund um das Projekt zusätzlich befeuert.

Die Position von Kushner und der Regierung

Sowohl die albanische Regierung als auch Kushner selbst weisen jeden Zusammenhang zwischen dem Projekt und seiner familiären Verbindung zu Donald Trump zurück. Ivanka Trump beschrieb die Entstehung der Projektidee in einem im Juni ausgestrahlten Podcast-Interview als Ergebnis einer persönlichen Reise zu der Insel Jahre zuvor, bei der sie und Kushner von der Landschaft „gefesselt“ gewesen seien.

Credits: Harald Krichel – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=184030140

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