Miss Germany 2026: Kopftuch-Kandidatinnen im Finale sorgen für Diskussionen

Von Bundesarchiv, Bild 146-1977-062-16 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5482901
Miss Germany 2026: Kopftuch-Kandidatinnen im Finale sorgen für Diskussionen

Am 7. März wird in den Bavaria Studios bei München die neue „Miss Germany“ gekürt. Doch schon vor der Entscheidung sorgt das Finale für hitzige Debatten. Zwei der neun Finalistinnen, Amina Ben Bouzid aus Wiesbaden und Büsra Sayed aus Berlin, treten mit Hijab an – und stellen damit traditionelle Vorstellungen auf den Kopf.

Kritik und Selbstbewusstsein: „Wir stoßlüften auch“

Die Teilnahme der beiden Unternehmerinnen hat in den sozialen Medien eine Welle von Diskussionen ausgelöst. Kritiker hinterfragen, ob Frauen mit Kopftuch „deutsch genug“ seien, um die Nation zu repräsentieren. Büsra Sayed begegnet solchen Kommentaren mit Humor: „Ist Deutsch-Sein eine bestimmte Frisur? Dann gib mir einen Frisurenkatalog“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ihre Kollegin Amina Ben Bouzid ergänzt: „Wir sind deutsch! Wir stoßlüften auch.“

Wandel des Wettbewerbs: Unternehmerinnen statt Schönheitsköniginnen

Die Miss-Germany-Wahl hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Statt auf Schönheitsideale setzt der Wettbewerb auf unternehmerischen Erfolg und gesellschaftliches Engagement. Büsra Sayed, Gründerin eines Modelabels, das Kopftücher sichtbarer machen will, tritt in der Kategorie „Female Founder“ an. Amina Ben Bouzid, die weiblich geführte Marken unterstützt, ist in der Kategorie „Female Leader“ nominiert.

Max Klemmer, Chef der Miss Germany Studios, erklärte bereits 2024 gegenüber der „Welt“, dass man „nicht nach den nächsten Beauty-Influencerinnen, sondern nach zukünftigen DAX-Vorständinnen und erfolgreichen Gründerinnen“ suche. Der Wettbewerb soll Frauen stärken und als Plattform für Führungsansprüche dienen.

Ein Finale mit Symbolkraft

Das diesjährige Finale findet erstmals in den Bavaria Studios statt, nachdem es über zwei Jahrzehnte im Europa-Park Rust ausgetragen wurde. Die Veranstaltung wird live auf Sixx und Joyn übertragen und ist Teil eines „Empowering Festivals“, das Frauen vernetzen und inspirieren soll.

Die amtierende „Miss Germany“, Valentina Busik, ist Ärztin und setzt sich für die Digitalisierung im Gesundheitssystem ein. Sie zeigt, dass die Auszeichnung längst mehr ist als ein Schönheitswettbewerb.

Ein Schritt in die Zukunft

Die Teilnahme von Amina Ben Bouzid und Büsra Sayed markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Miss-Germany-Wahl. „Es muss immer irgendjemand die ersten Schritte gehen“, sagt Bouzid. „Und ich bin froh, dass wir das sein dürfen.“

Quellen: exxpress.at, welt.de, allgaeuer-zeitung.de


Credits: Von Bundesarchiv, Bild 146-1977-062-16 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de / Wikipedia

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