Ministerin Schumann: Zwangsquote für ältere Arbeitnehmer?

Ministerin Schumann: Zwangsquote für ältere Arbeitnehmer?

Sozialministerin Korinna Schumann sorgt mit einem brisanten Vorschlag für Aufsehen: Unternehmen sollen künftig verpflichtet werden, mehr ältere Mitarbeiter einzustellen. „Die reine Bitte von mir, mehr Ältere einzustellen, wird zu wenig sein“, erklärte die Ministerin in der ORF-„Pressestunde“. Doch was steckt hinter dieser Idee?

Ein „Einstellungstausender“ als Anreiz?

Schumann denkt über ein Anreizsystem nach, das Unternehmen motivieren soll, Menschen über 60 wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Konkret könnten Leistungen aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) an eine Quote gebunden werden. Auch ein „Einstellungstausender“ – eine finanzielle Belohnung für Arbeitgeber – steht im Raum. Wie die Ministerin in der ORF-„Pressestunde“ betonte, sei ein „Bonus-Malus-System“ jedoch nicht im Regierungsprogramm vorgesehen.

Kritik von der Opposition: „Bürokratie-Wahnsinn!“

Die FPÖ reagierte prompt und scharf: Dagmar Belakowitsch, Sozialsprecherin der Freiheitlichen, bezeichnete die Pläne in einer Aussendung der FPÖ als „die nächste Quote, die unsere Unternehmen mit Bürokratie zumüllen wird“. Sie kritisierte zudem die langsame Umsetzung der geplanten Sozialhilfereform und sprach von einer „Verhöhnung der Bürger“.

Hohe Arbeitslosigkeit bei Älteren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 60+ ist besonders hoch. Laut Schumann sei es daher notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Menschen länger im Arbeitsmarkt zu halten. „Das darf den Budgetrahmen nicht weiter belasten“, betonte sie jedoch. Wie genau die Quotenregelung aussehen soll, ließ die Ministerin in der ORF-„Pressestunde“ offen.

Pensionsanpassungen: „Freude macht es keine“

Auch bei den Pensionsanpassungen gibt es Kritik. Die Erhöhung um 2,7 Prozent gilt nur für Pensionen bis 2.500 Euro. „Freude macht es keine“, räumte Schumann ein, verteidigte jedoch die Entscheidung, da das Budget keine umfassendere Erhöhung zulasse. Diese Aussagen tätigte sie ebenfalls in der ORF-„Pressestunde“.

Credits: APA

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