Ministerin Schumann will ältere Arbeitnehmer länger im Job halten

Ministerin Schumann will ältere Arbeitnehmer länger im Job halten

Die österreichische Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) hat ein ambitioniertes Ziel: Mehr Menschen über 60 sollen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Mit einem neuen Anreizsystem und gezielten Fördermaßnahmen will sie Unternehmen motivieren, ältere Arbeitnehmer einzustellen und zu halten.

Branchenziele und finanzielle Anreize

Wie oe24.at berichtet, plant Schumann, bis Anfang 2027 ein System zu entwickeln, das branchenbezogene Zielwerte für die Beschäftigung von über 60-Jährigen definiert. Unternehmen, die diese Ziele erreichen, sollen von steuerlichen Vorteilen profitieren. Ein ähnliches Modell existiert bereits für Menschen mit Behinderungen. Laut Krone.at könnte ein „Bonus-Malus-System“ eingeführt werden, bei dem Arbeitgeber, die die Quoten nicht erfüllen, finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müssen.

Unterstützung durch das AMS

Das Arbeitsmarktservice spielt eine zentrale Rolle in Schumanns Plänen. Ab 2026 sollen jährlich 100 Millionen Euro in die aktive Arbeitsmarktpolitik fließen. Ein Teil dieser Mittel wird für die „Aktion 55+“ verwendet, die laut Sheconomy zwischen 3.000 und 6.000 Arbeitsplätze für Menschen ab 55 Jahren schaffen soll. Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer einstellen, können bis zu 70 Prozent der Lohnkosten erstattet bekommen, so Kurier.at.

Kritik und Unterstützung

Während Gewerkschaften die Initiative begrüßen, stößt sie bei der Wirtschaft auf Widerstand. Der Wirtschaftsbund kritisiert die Pläne als „bürokratische Belastung“, berichtet Krone.at. Die Gewerkschaft hingegen sieht in den Maßnahmen eine Chance, die Erfahrung und das Wissen älterer Arbeitnehmer besser zu nutzen.

Informationskampagne und Monitoring

Ab Juli 2026 soll eine Informationskampagne starten, um Unternehmen die Vorteile der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer näherzubringen. Parallel dazu wird ein Monitoring-System eingeführt, das die Beschäftigungs- und Arbeitslosenquoten von Personen ab 50 Jahren analysiert.

Quellen: oe24.at, Krone.at, Sheconomy, Kurier.at
Credits: APA

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