Minister schmiedet Allianz gegen den „Österreich-Aufschlag“

Minister schmiedet Allianz gegen den „Österreich-Aufschlag“

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) zieht in den Kampf gegen die ungerechtfertigt hohen Preise, die internationale Konzerne in Österreich verlangen. Sein Ziel: Eine schlagkräftige europäische Allianz soll dem sogenannten „Österreich-Aufschlag“ ein für alle Mal ein Ende setzen. Die Initiative gewinnt an Fahrt, und erste Erfolge zeichnen sich bereits ab.

Sieben Verbündete im Kampf für faire Preise

Der Minister ließ in den letzten Wochen nichts unversucht, um Partner für sein Vorhaben zu gewinnen. Mit Erfolg: Wie oe24.at berichtet, haben sich bereits sieben weitere EU-Staaten der österreichischen Initiative angeschlossen. Neben Österreich sind nun auch Belgien, Tschechien, Luxemburg, die Niederlande, Kroatien, Griechenland und Slowenien mit an Bord.

Diese Allianz vertritt insgesamt knapp 66 Millionen EU-Bürger und bringt damit ein erhebliches politisches Gewicht auf die Waage. Gemeinsam wollen sie gegen territoriale Lieferbeschränkungen vorgehen – eine Praxis, bei der Konzerne ihre Produkte in kleineren Ländern wie Österreich zu deutlich höheren Preisen verkaufen als etwa in Deutschland.

Konkrete Forderungen an die EU

Hattmannsdorfer macht Druck und hat klare Vorstellungen, wie die EU handeln muss. Ein gemeinsames Positionspapier wurde bereits dem zuständigen EU-Kommissar überreicht. Darin fordert die Allianz drei entscheidende Maßnahmen:

  1. Ein schärferes Wettbewerbsrecht: Die Regeln müssen präzisiert werden, um ungerechtfertigte Preisaufschläge effektiv zu unterbinden.
  2. Schnellere Verfahren: Von der Ermittlung bis zur Strafe darf es keine jahrelangen Verzögerungen mehr geben.
  3. Eine gemeinsame Taskforce: Nationale und europäische Wettbewerbsbehörden sollen enger zusammenarbeiten, um Preisabsprachen schneller aufzudecken.

Was bedeutet das für Ihr Geldbörsel?

Die Auswirkungen für die österreichischen Verbraucher könnten enorm sein. Hattmannsdorfer betont, dass die Maßnahmen für ihn oberste Priorität haben. „Laut unserer Wettbewerbsbehörde würde die Abschaffung des ‚Österreich-Aufschlags‘ konkret bedeuten: Lebensmittelpreise könnten im Schnitt um rund 8 Prozent sinken“, erklärte der Minister. Eine spürbare Entlastung für jeden Haushalt in Zeiten hoher Inflation. Der Minister zeigt sich erfreut über die breite Unterstützung und macht klar: „Gerade als kleineres Land ist es für Österreich entscheidend, in der EU Allianzen zu schmieden.“

Credits: APA

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