Mindestsicherung: Ludwig kündigt radikale Kürzungen bei Familien an

Mindestsicherung: Ludwig kündigt radikale Kürzungen bei Familien an

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sorgt mit seinen neuen Sparplänen für Kritik. Besonders Familien und Kinder stehen im Fokus der Einsparungen. Was kommt auf die Wiener zu?

Kürzungen bei Kindern: Mietbeihilfe wird gestrichen

Wie die „Presse“ berichtet, plant die Stadt Wien, künftig auch bei Kindern 25 Prozent der Mindestsicherung für Wohnkosten zweckzubinden und von der Mietbeihilfe abzuziehen. Das bedeutet: Familien mit Kindern müssen mit weniger Unterstützung rechnen. Laut Rathaus könnten dadurch jährlich 20 Millionen Euro eingespart werden. Doch das ist nur der Anfang.

Bedarfsgemeinschaften: WG-Bewohner zahlen drauf

Ein weiterer Punkt der Reform betrifft Bedarfsgemeinschaften. Bisher konnten Einzelpersonen, die in einer WG leben, den vollen Mindestsicherungsbetrag erhalten. Das soll sich ändern. Künftig werden WGs wie Familienhaushalte behandelt, was zu einer drastischen Reduktion der Unterstützung führt. Laut „SN“ rechnet die Stadt hier mit Einsparungen von 75 Millionen Euro jährlich.

Kindergartenpflicht ab drei Jahren?

Ein weiterer Vorschlag: Kinder von Mindestsicherungsbeziehern sollen ab dem dritten Lebensjahr verpflichtend in den Kindergarten gehen. Ziel sei es, die Eltern schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren, so Ludwig im Interview mit „News“. Gleichzeitig könnten die Kindersätze reduziert werden, da die Betreuungskosten sinken. Kritiker sehen darin jedoch eine zusätzliche Belastung für Familien.

Opposition und Experten schlagen Alarm

Die geplanten Kürzungen stoßen auf heftige Kritik. Die Grünen sprechen von „roher Bürgerlichkeit“, während die FPÖ fordert, Zahlungen an Nicht-Österreicher komplett zu streichen. Auch Sozialexperten warnen: „Die Mindestsicherung ist das letzte soziale Netz. Kürzungen treffen die Schwächsten der Gesellschaft“, so ein Experte gegenüber „ORF Wien“.

115 Millionen Euro weniger für Bedürftige

Insgesamt sollen durch die Reform bis zu 115 Millionen Euro eingespart werden. Wien gibt derzeit rund 800 Millionen Euro jährlich für die Mindestsicherung aus. Bürgermeister Ludwig verteidigt die Maßnahmen:

„Es geht nicht um einen Wettbewerb nach unten, sondern darum, die Menschen über die Runden zu bringen.“

Credits: APA

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