Der Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung, die Weißmann vehement bestreitet, steht nun die Frage im Raum: Wie teuer wird diese Causa für den ORF?
Weißmanns Rücktritt: Ein freiwilliger Schritt?
Am Sonntag reichte Weißmann seinen Rücktritt ein – laut seinem Anwalt keineswegs freiwillig. Der Stiftungsrat hatte ihm eine Frist gesetzt, um die Vorwürfe zu klären. Heinz Lederer, Vorsitzender des Stiftungsrats, betonte im Ö1-Mittagsjournal: „Bei Belästigung gibt es null Toleranz.“ Laut Lederer lagen Ton-, Bild- und Textmaterialien vor, die die Anschuldigungen untermauern könnten. Weißmann hingegen behauptet, diese Beweise nie gesehen zu haben.
Abfindung in Millionenhöhe?
Während Weißmann derzeit bei vollen Bezügen beurlaubt ist – monatlich rund 35.000 Euro –, wird hinter den Kulissen über eine Abfindung verhandelt. Im Raum steht ein Jahresgehalt von 427.000 Euro. Doch Insider vermuten, dass Weißmann auf eine deutlich höhere Summe pochen könnte. Es ist von bis zu einer Million Euro die Rede. Sein Anwalt argumentiert, Weißmann habe „den Niedergang seines beruflichen Lebenswerks in Kauf genommen“, um Schaden vom ORF abzuwenden.
Droht ein Rechtsstreit?
Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte die Causa vor Gericht landen. Weißmanns Chancen stehen laut Experten nicht schlecht, da er über 20 Jahre im ORF tätig war. Der Stiftungsrat wird am Donnerstag über die weitere Vorgehensweise beraten. Interimistisch übernimmt Radiodirektorin Ingrid Thurnher die Führung des Senders.
Ein Schatten über dem ORF
Die Vorwürfe werfen einen dunklen Schatten auf den ORF, der sich gerade auf den Eurovision Song Contest vorbereitet. Lederer kündigte an, eine Taskforce einzurichten, um ähnliche Fälle aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. „Wir werden nichts zudecken“, versicherte er.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich die Situation entwickelt – und ob der ORF tatsächlich tief in die Tasche greifen muss.
Quellen: oe24.at, orf.at, zdf.de, krone.at, kurier.at, zeit.de
Credits: APA
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