Millionen-Ausgaben für Gewessler-Inserat: Steuergeld für Werbung im Ausland verpulvert?

Millionen-Ausgaben für Gewessler-Inserat: Steuergeld für Werbung im Ausland verpulvert?

Ein neuer Aufreger erschüttert die politische Landschaft rund um die ehemalige Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne). Ein einziges Inserat aus ihrem Ressort soll den Steuerzahler mehr als eine Million Euro gekostet haben. Brisant daran: Die Werbung wurde offenbar nicht nur in Österreich, sondern auch auf deutschen Webseiten und sogar auf Gaming-Portalen geschaltet.

Über eine Million für ein einziges Inserat

Wie das Nachrichtenportal exxpress aufdeckte, war Gewessler im Jahr 2024 die unangefochtene Inseraten-Kaiserin der damaligen Regierung. Über 9,1 Millionen Euro Steuergeld sollen allein in diesem Jahr für Werbung aus ihrem Ministerium geflossen sein. Im Zentrum der Kritik steht nun eine besonders kostspielige Anzeige zur „Heizkesselkampagne“.

Laut den Recherchen, die sich auf Daten der Medientransparenz-Datenbank stützen, wurde für ein einziges Zeitungsinserat mit dem Slogan „Das K.O. für deinen Kessel!“ ein Werbevolumen von über einer Million Euro verbucht. Diese Summe umfasst dabei noch nicht einmal die Kosten für die Planung, das Design oder die Agenturleistungen, wie exxpress weiter berichtet. Die zuständigen Ministerien hüllen sich zu den genauen Zahlen in Schweigen.

Werbung für deutsche Gamer: Grüne schweigen zu Vorwürfen

Besonders pikant sind die Details zur Platzierung der Werbung. Das Klimaschutzministerium unter Gewessler inserierte nicht nur in österreichischen Medien. Die Kampagne fand sich auch auf reichweitenstarken deutschen Internetseiten wie rtl.de oder bunte.de wieder. Selbst auf dem Gaming-Portal gamers.de wurden Werbeplätze gebucht.

Auf die Frage, welcher konkrete Informationsbedarf für österreichische Förderungen bei deutschen Internetnutzern und Gamern bestand, gab es von offizieller Seite keine Antwort. Laut exxpress ignorierten die Grünen wiederholte Presseanfragen zu diesem Thema. Auch die Nachfolgeministerien schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu und verweigern eine inhaltliche Stellungnahme.

Rechnungshof kritisierte schon früher ineffiziente Werbung

Die Causa ruft Kritiker auf den Plan, die schon lange den Umgang mit Steuergeldern für Regierungswerbung bemängeln. Der Rechnungshof (RH) wies in der Vergangenheit immer wieder darauf hin, dass Werbekampagnen der öffentlichen Hand einem „konkreten Informationsbedürfnis der Allgemeinheit“ dienen müssen.

Zudem müssen die verfassungsrechtlichen Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit beachtet werden. Ob die millionenschwere Kampagne für den Heizungstausch, die sogar im Ausland beworben wurde, diesen Kriterien entspricht, bleibt fraglich. Die Ministerien betonen zwar, sich an alle Gesetze zu halten, bleiben aber eine Erklärung schuldig, wie dies im konkreten Fall sichergestellt wurde.

Quelle: exxpress.at
Credits: APA

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