Dicke Luft über Osteuropa: Russland und sein treuer Verbündeter Belarus haben ihr gigantisches Militärmanöver „Sapad 2025“ (Westen 2025) gestartet. Polen, NATO-Mitglied mit direkter Grenze zu Belarus, ist in höchster Alarmbereitschaft, schließt Grenzübergänge und sperrt seinen Luftraum. Dieser Schritt löste in Moskau eine wütende Reaktion aus – die Funken sprühen, und der Vorwurf der „Eskalation“ steht im Raum.
Feuriger Vorwurf aus Moskau: „Konfrontative Schritte!“
Der Kreml hält sich nicht zurück. Wie verschiedene Medien, darunter n-tv, berichten, holte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, zum verbalen Gegenschlag aus. Sie bezeichnete die Grenzschließung durch Polen als „konfrontativen Schritt“, der nur dazu diene, „die weitere Eskalation der Spannungen im Zentrum Europas zu rechtfertigen“. In einem scharfen Beitrag auf Telegram warf sie der polnischen Regierung vor, die Lage absichtlich anzuheizen.
Diese Kriegsspiele, die alle vier Jahre stattfinden, haben eine düstere Vorgeschichte. Die letzte Übung, Sapad 2021, ist heute als unheilvolles Vorspiel zum Krieg bekannt. Russland nutzte das Manöver damals, um schweres Kriegsgerät und Truppen für den Einmarsch in die Ukraine nur wenige Monate später, im Februar 2022, in Stellung zu bringen. Ein beklemmender Vorfall, der die gesamte NATO in höchste Nervosität versetzt.
Polen schlägt Alarm, die NATO reagiert
Warschau überlässt nichts dem Zufall. Unter Verweis auf die angespannte Lage und die jüngste Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen hat das Land seine Grenze zu Belarus für die Dauer des Manövers abgeriegelt. Ein dramatischer Schritt, der die tiefe Besorgnis über Russlands Absichten widerspiegelt. Wie das Handelsblatt meldet, ist Polen mit seiner Furcht nicht allein. Auch das benachbarte Lettland hat seinen angrenzenden Luftraum geschlossen.
Die Antwort des Westens kam schnell und geschlossen. In einer Demonstration der Solidarität lassen die NATO-Verbündeten ihre Muskeln spielen. Frankreich schickt drei seiner modernen Rafale-Kampfjets, um den polnischen Luftraum zu schützen. Deutschland verlängert und verdoppelt seine „Air Policing“-Mission über Polen und stockt die Zahl der eingesetzten Eurofighter auf. Die klare Botschaft an Moskau lautet: Die NATO steht zusammen und wird jeden Zentimeter ihres Territoriums verteidigen.
Ein hochriskantes Provokationsspiel
Militärexperten beobachten die Übung Sapad 2025 mit Argusaugen. Mit geschätzten 13.000 Soldaten in Belarus und weiteren 30.000 auf russischem Gebiet ist das Ausmaß erheblich. Viele sehen in diesen Manövern nicht nur eine Übung, sondern eine gezielte Provokation. Der Sicherheitsexperte Nico Lange erklärte gegenüber der WELT: „Russland nutzt dieses Manöver, um zu provozieren.“
Der jüngste Vorfall, bei dem russische Drohnen tief in polnisches Gebiet eindrangen – einige davon wurden abgeschossen –, hat die Ängste weiter geschürt. Der Vorfall wurde von den Außenministern Polens, der Ukraine und Litauens als „bewusste und beispiellose Provokation“ bezeichnet. Während der Kreml den Drohnen-Zwischenfall herunterspielt und jede feindselige Absicht bestreitet, sind die westlichen Staats- und Regierungschefs nicht überzeugt. Die Lage bleibt ein Pulverfass, und die Welt blickt gebannt auf die Ostflanke der NATO, um zu sehen, was als Nächstes geschieht.
Credits: APA
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