Während die meisten Bundesländer den Rotstift ansetzen, bleibt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig an der Spitze der Gehaltstabelle. Mit 22.657 Euro brutto monatlich führt er das Ranking der Landeshauptleute an – und das in Zeiten, in denen Sparmaßnahmen für viele Bürgerinnen und Bürger Alltag sind. Doch wie kommt es dazu, dass Ludwig so viel verdient? Ein Blick hinter die Kulissen.
Nulllohnrunden überall – außer in Wien?
Wie die Tageszeitung Österreich berichtet, haben zahlreiche Bundesländer, darunter die Steiermark, Vorarlberg, Kärnten, Salzburg und Tirol, angekündigt, die Gehälter der Spitzenpolitiker im Jahr 2026 nicht zu erhöhen. Auch Niederösterreich plant eine sogenannte Nulllohnrunde. Doch in Wien ist die Entscheidung über eine mögliche Anpassung der Politikergehälter noch offen. Fakt ist: Selbst ohne Erhöhung bleibt Ludwig der Spitzenverdiener unter den Landeshauptleuten.
Oberösterreich geht einen Sonderweg
Während die meisten Bundesländer auf Gehaltserhöhungen verzichten, hat Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) eine andere Strategie. Ab Juli 2026 sollen die Politikergehälter dort um 3,3 Prozent steigen. Stelzer begründet dies mit einer jahrelangen Unterbezahlung im Vergleich zu anderen Bundesländern. Sein aktuelles Gehalt von 20.623 Euro wird damit auf 21.304 Euro steigen – immer noch deutlich unter Ludwigs Einkommen.
Burgenland am unteren Ende der Skala
Am anderen Ende der Gehaltstabelle steht Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Mit 17.645 Euro brutto monatlich verdient er am wenigsten unter den Landeshauptleuten. Auch die übrigen Mitglieder der burgenländischen Landesregierung müssen sich mit vergleichsweise niedrigen Bezügen zufriedengeben. Laut APA gab es im Burgenland in den letzten zwei Jahren bereits Nulllohnrunden, was die Gehaltsunterschiede weiter vergrößert hat.
Kritik an der Gehaltspyramide
Die ungleiche Entwicklung der Politikergehälter sorgt seit Jahren für Diskussionen. Der Rechnungshof kritisierte bereits im Dezember, dass die ursprüngliche Idee einer fairen und übersichtlichen Gehaltsstruktur immer weiter ausgehöhlt wird. Besonders die häufigen Nulllohnrunden auf Bundesebene haben dazu geführt, dass die Gehälter der Spitzenpolitiker im Vergleich zur Inflation an Wert verloren haben.
Credits: APA
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