Merz warnt: USA und Israel führen Iran-Krieg ohne Endstrategie

Merz warnt: USA und Israel führen Iran-Krieg ohne Endstrategie

Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat klare Worte an zwei wichtige Partnerländer gerichtet: Im Iran-Krieg fehlt nach seiner Einschätzung ein gemeinsamer Plan, wie der Konflikt schnell und überzeugend beendet werden kann. Die Kritik des deutschen Regierungschefs trifft mitten in eine Phase wachsender internationaler Unruhe über die Eskalation im Nahen Osten.

Der Konflikt: Wie alles begann

Wie Wikipedia dokumentiert, griffen die USA und Israel am 28. Februar 2026 den Iran an – mit koordinierten Luftschlägen auf politische und militärische Führungspersonen sowie strategische Einrichtungen. Dabei wurde unter anderem Ayatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit massiven Gegenschlägen: Hunderte Raketen und Kampfdrohnen wurden auf Israel, US-Stützpunkte und mehrere Golfstaaten abgefeuert.

Seitdem tobt ein Krieg, dessen Ende nicht in Sicht ist – und der auch Europa direkt trifft: Flughäfen in der Region sind gesperrt, Tausende Touristen saßen fest, der Ölpreis schnellte in die Höhe.

Merz: „Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg“

Bei einer Pressekonferenz mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš in Berlin sagte Merz am Dienstag, wie die Weltwoche und übereinstimmend zahlreiche deutsche Medien berichten: Die USA und Israel führten diesen Krieg nun seit über einer Woche, und mit jedem Tag würden sich mehr Fragen stellen. Seine Kernaussage war unmissverständlich: Es gebe offensichtlich keinen gemeinsamen Plan, wie der Krieg schnell zu einem überzeugenden Ende gebracht werden könne.

Gleichzeitig warnte er vor einer gefährlichen Eskalation, wie die Rhein-Neckar-Zeitung unter Berufung auf dpa berichtet. Vor allem mahnte Merz, ein Szenario wie nach den westlichen Interventionen im Irak oder in Libyen zu vermeiden – in beiden Fällen hatten Chaos und Bürgerkrieg das Land zerrissen. Deutschland habe kein Interesse an einem endlosen Krieg und auch kein Interesse an einer Auflösung der staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen des Iran.

Direkte Betroffenheit Deutschlands

Merz betonte auch, dass Deutschland von dem Konflikt unmittelbar betroffen ist – in den Bereichen Sicherheit, Energieversorgung und Migration. Wie L’essentiel berichtet, wurde zudem der deutsche Teil des Militärcamps Al-Asrak in Jordanien bereits getroffen, wo auch Bundeswehrsoldaten stationiert sind.

USA geben Gas – Trump sieht Krieg fast als gewonnen

Während Merz zur Mäßigung mahnt, setzt Washington auf maximalen Druck. Wie Blick berichtet, kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am Dienstag im Pentagon an, der Tag werde der intensivste der bisherigen Luftangriffe sein – mit den meisten Kampfflugzeugen, den meisten Bombern und den meisten Einsätzen. Gleichzeitig habe der Iran in den letzten 24 Stunden so wenig Raketen abgefeuert wie noch nie seit Kriegsbeginn.

US-Präsident Donald Trump sendete zuletzt widersprüchliche Signale: Dem Nachrichtenportal Axios sagte er, der Krieg sei „so gut wie beendet“ – der Iran habe keine Marine mehr, keine Kommunikationssysteme, keine Luftwaffe. Israels Premier Benjamin Netanjahu wiederum signalisiert laut web.de weitreichendere Ziele: Er will die iranische Bevölkerung zu einem Machtwechsel bewegen.

Merz arbeitet an europäischer Perspektive

Der Kanzler stellte klar, dass Deutschland und seine europäischen Partner nicht tatenlos zusehen. Wie t-online berichtet, arbeite die Bundesregierung gemeinsam mit EU-Partnern an einer Perspektive für den Iran nach dem Krieg. Man stehe dazu im Gespräch mit Israel, den USA, der Nato und Partnern in der Region. Ein konkreter Plan liegt allerdings noch nicht auf dem Tisch.


Quellen:

Credits: APA

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