Ein Foto aus München sorgt für diplomatischen Wirbel: Bundeskanzler Friedrich Merz empfing bei der Sicherheitskonferenz Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom – einen der schärfsten Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Die Reaktion aus dem Trump-Lager folgte prompt.
Treffen am Rande der Konferenz
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz traf Bundeskanzler Friedrich Merz am 14. Februar den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom zu einem persönlichen Gespräch. Wie die Weltwoche berichtet, postete Merz später ein Foto des Treffens auf X mit der Überschrift: „Zusammen sind wir stärker. Die Nato ist unser gemeinsamer Wettbewerbsvorteil.“
Newsom gilt als einer der entschiedensten politischen Gegner Trumps. Der 58-jährige Demokrat hatte die Europäer bereits im Vorfeld aufgefordert, Trump „endlich etwas entgegenzusetzen“. In München erneuerte er diese Kritik: „Donald Trump ist vorübergehend. Er wird in drei Jahren weg sein“, wie das Schweizer Radio und Fernsehen SRF zitiert. „Wir müssen aufstehen … Die Menschen müssen aufstehen.“
Scharfe Kritik von Grenell
Die Reaktionen aus Washington ließen nicht lange auf sich warten. Richard Grenell, Sondergesandter für Sondermissionen unter Präsident Trump und ehemaliger US-Botschafter in Deutschland, bezeichnete das Treffen auf X als die „wohl größte Merz-Entgleisung bis heute“. Wie 2paragraphs.com berichtet, kommentierte Grenell: „Die deutsche Regierung unterstützt Gavin Newsom. Möglicherweise der größte Patzer von Merz bis dato.“
Grenell hatte bereits in seiner Zeit als US-Botschafter in Berlin für Kontroversen gesorgt und gilt als enger Vertrauter Trumps.
Newsom attackiert Trump
Newsom hatte bereits im Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit scharfer Kritik an europäischen Staats- und Regierungschefs Aufsehen erregt. Wie t-online berichtet, sagte er damals: „Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben. Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker.“
In München bezeichnete der kalifornische Gouverneur Trump als den „destruktivsten Präsidenten in der Geschichte der USA“ in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz. Newsom wird als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten für 2028 gehandelt.
Merz verteidigt Treffen
Trotz der klaren Positionierung Newsoms betonte Berlin, Merz habe den Gouverneur in dessen offizieller Funktion als Gouverneur von Kalifornien getroffen. Wie WEB.DE berichtet, sagte Merz auf die Frage, ob das Treffen Trump verärgern könnte: „Die Gesprächspartner, die suche ich mir aus nach Interesse und nach dem, wen ich gerne treffen möchte und danach wird es entschieden.“
Kritische Rede in München
Bereits in seiner Eröffnungsrede auf der Sicherheitskonferenz hatte Merz scharfe Worte über die amerikanische Außenpolitik gefunden. „Der Führungsanspruch der USA ist angefochten, vielleicht schon verspielt“, sagte er laut t-online. Europa müsse sich auf sich selbst besinnen und „neue Türen aufstossen“. Auch diese Sätze sorgten in Washington für Aufmerksamkeit, da Merz‘ Tonfall deutlich kritischer ausfiel als in früheren Jahren.
Credits: APA
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