Merz-Flieger im Visier: „Klima-Shakira“ nach Anschlagsversuch festgenommen

Merz-Flieger im Visier: „Klima-Shakira“ nach Anschlagsversuch festgenommen

Nächtlicher Polizeieinsatz in Nordrhein-Westfalen: Drei Klimaaktivisten drangen auf den Flugplatz Arnsberg-Menden ein und wollten das Privatflugzeug von Bundeskanzler Friedrich Merz beschädigen. Unter den Festgenommenen: die österreichische Aktivistin Anja Windl, bekannt als „Klima-Shakira“. Die Polizei verhinderte die Aktion in letzter Sekunde.

Zaun durchschnitten, Richtung Flieger

Nach Angaben der Polizei verschafften sich zwei Frauen und ein Mann im Alter von 23, 28 und 56 Jahren gegen Mitternacht Zugang zum Gelände, indem sie einen Zaun durchtrennten, wie oe24.at berichtet. Anschließend näherten sie sich dem Privatflugzeug des Bundeskanzlers. Zu einer konkreten Aktion sei es jedoch nicht mehr gekommen, so die Staatsanwaltschaft Arnsberg und die Polizei im Hochsauerlandkreis laut t-online.de.

Die drei deutschen Staatsbürger wurden wegen Hausfriedensbruchs festgenommen, wie Euronews berichtet. Dazu kam es allerdings nicht zur beabsichtigten Beschädigung des Flugzeugs – die Polizei griff rechtzeitig ein.

„Widerstands-Kollektiv“ bekennt sich

Eine Gruppe mit dem Namen „Widerstands-Kollektiv“ bekannte sich am Donnerstagmorgen in einer Mitteilung zu der Aktion, wie oe24.at berichtet. Ziel sei es gewesen, das Flugzeug mit pinker Farbe „stillzulegen“. Zudem sei ein Fahrrad als „klimafreundliches Fortbewegungsmittel“ mitgeführt worden. Auf einem Banner habe gestanden: „Mobilität für alle statt für Überreiche!“, wie exxpress.at die Gruppe zitiert.

Windl: „Handeln aus Notwehr“

Unter den Festgenommenen befand sich nach Angaben der Gruppe die Studentin Anja Windl (28), in Klima-Protestkreisen als „Klima-Shakira“ bekannt, wie oe24.at berichtet. Sie erklärte zur Aktion: „Wir handeln hier aus Notwehr. Die Klimakatastrophe eskaliert (…) und gleichzeitig fliegt Friedrich Merz mit seinem eigenen Flugzeug durch die Gegend“, wie heute.at ihre Stellungnahme zitiert.

Windl wurde bekannt, weil sie sich als Teil der „Letzten Generation“ auf Straßen festgeklebt hatte, wie t-online.de berichtet. Sie ist in Österreich eine der bekanntesten Klima-Aktivistinnen und erhielt ihren Spitznamen wegen ihrer Haare, wie watson.de berichtet.

Verkehrskontrolle führte zur Festnahme

Aufmerksam wurden die Beamten durch einen Mann, der in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes in einem Fahrzeug kontrolliert worden war, wie oe24.at berichtet. Er gab an, den Flugplatz zu suchen und ist der Polizei aus dem Bereich links-politisch motivierter Delikte bekannt. Bei der Überprüfung des Geländes entdeckten die Beamten anschließend die Eindringlinge, wie evangelisch.de berichtet.

Alle wieder auf freiem Fuß

Die drei Personen wurden in Gewahrsam genommen, sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Arnsberg inzwischen aber wieder auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorlägen, wie oe24.at berichtet. Gegen sie wird wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt.

Friedrich Merz lebt im nahegelegenen Arnsberg im Sauerland und gilt als passionierter Privatpilot, wie t-online.de berichtet. Das Flugzeug steht auf dem Flugplatz Arnsberg-Menden.

Hintergrund: Aufenthaltsverbot in Österreich

Windl hatte erst im April 2025 von österreichischen Behörden ein befristetes Aufenthaltsverbot für zwei Jahre erhalten, wie t-online.de berichtete. Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl sah in ihr eine „tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit“. Im Januar 2025 hatte sie die Parteizentrale der ÖVP mit Kot beschmiert, als sich diese mit der FPÖ zu Koalitionsverhandlungen traf, wie Wikipedia berichtet.

Credits: APA

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